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Strunge: Beim Schulkonsens darf es ein ‚Weiter so‘ nicht geben!

Schule neu denken: Wie weiter nach dem Schulkonsens?

Was muss passieren, damit das Bremer Schulsystem besser wird? Wo die Probleme liegen und welche Lösungen es gibt, darüber sprach die Linksfraktion mit Bremer Expert*innen.

Der Schulkonsens legt in Bremen seit dem Jahr 2008 ein zweigliedriges Schulsystem nach der vierten Klasse fest. Oberschulen und Gymnasien stehen nebeneinander, Kinder mit Förderbedarf werden inklusiv unterrichtet. Jetzt wurde der Schulkonsens wissenschaftlich ausgewertet. Das Gutachten kommt zu deutlichen Ergebnissen: das Bremer Bildungssystem ist massiv unterfinanziert, der Übergang nach der vierten Klasse bereitet vielen Kindern starke Probleme, und die praktische Umsetzung der Inklusion gelingt oft nicht.

Dr. Sven Pauling forscht an der Universität Bremen zur Schulentwicklung und zum längeren gemeinsamen Lernen. Er hat am Gutachten zum Schulkonsens mitgewirkt und hat die Ergebnisse vorgestellt. Im Anschluss diskutierte er mit Ramona Seeger (Landesvorstandssprecherin GEW Bremen) und Miriam Strunge (bildungspolitische Sprecherin Linksfraktion Bremen), welche Veränderungen an den Bremer Schulen notwendig sind, um eine gute Schule für alle Kinder zu verwirklichen.

Miriam Strunge: „Wir müssen die Ergebnisse des Gutachtens sehr ernst nehmen. Es benennt sehr konkret, welche Veränderungen notwendig sind, um die Bildungsqualität in Bremen zu verbessern. Für uns ist das ein klarer Handlungsauftrag: Wir brauchen eine bessere Ausstattung in der Inklusion, den Ausbau von Schulsozialarbeit und systemische Assistenzen, mehr Sonderpädagogik und Sozialarbeit an Berufsschulen, mehr Beratungszeit durch die regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren sowie die Ausweitung von Sprachförderung. Diese Qualitätsverbesserungen sind nicht zum Nulltarif zu haben, sondern kosten Geld, welches wir bereitstellen müssen.

Besonders wichtig ist für uns die Empfehlung des Gutachtens, ein langes gemeinsames Lernen in Bremen zu etablieren. Denn Bildungschancen dürfen nicht davon abhängen, wie viel Unterstützung und Wissen ein Kind aus seinem Elternhaus bekommt. Ein Aussortieren von Schüler*innen nach der vierten Klasse halten wir nicht für zeitgemäß, weil alle Kinder die gleichen Chancen verdienen. Wir sind davon überzeugt, dass von einer inklusiven Schule mit einer vielfältigen Schülerschaft alle profitieren. Durch längeres gemeinsames Lernen und die Umsetzung der Empfehlungen des Gutachtens, schaffen wir gerechte Chancen für alle Kinder.“

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