Sommerstraßen für Bremen
Ein Großteil des öffentlichen Raums ist in Bremen vom motorisierten Individualverkehr beansprucht – zu Lasten von Lebensqualität, sozialer Teilhabe und Klimaschutz.
Straßen können aber auch Begegnungs- und Nachbarschaftsräume sein: Orte der Kommunikation und des Austauschs, des Spiels und des konsumfreien Aufenthalts.
Sommerstraßen sind eine konkrete Möglichkeit zur Schaffung einer lebenswerteren, hitzeresilienten und gerechteren Stadt für alle. In den Sommermonaten können ausgewählte Straßen in Bremen temporär vom Autoverkehr befreit und zu Orten der Begegnung, Erholung und Bewegung werden. Der öffentliche Raum würde so zurückgewonnen und auf die Bedürfnisse von Anwohner*innen, Fußgängerinnen und Fahrradfahrer*innen ausgerichtet. Gerade in dicht besiedelten Stadtteilen in Bremen würden Sommerstraßen dringend benötigten Freiraum direkt vor der Haustür schaffen und einen wichtigen Beitrag zur Flächengerechtigkeit und zur Klimaanpassung leisten.
Sommerstraßen sind mehr als ein temporäres Projekt: Sie bieten die Chance, neue Straßenraumkonzepte abseits vom autozentrierten Standard gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu erproben und umzusetzen.
Die Fraktion Die Linke in der Bremischen Bürgerschaft setzt sich für eine Stadt ein, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, öffentliche Räume für gemeinwohlorientierte und nachbarschaftliche Zwecke zurückgewinnt und die Aufenthaltsqualität gerade in den Hitzemonaten steigert und fordert daher:
1) Ein stadtweites Sommerstraßen-Programm ab 2027: Bürger*innen sollen die Möglichkeit bekommen, Sommerstraßen zu beantragen, die für die Monate Juni bis August autofrei sind.
2) Unbürokratische Beteiligung von Anwohnenden, Kulturschaffenden und Beiräten, damit Sommerstraßen demokratisch und unkompliziert eingerichtet werden können.
3) Erleichterte Sondernutzungserlaubnisse zur begleitenden Gestaltung der Sommerstraßen mit Kulturprogrammen, Flohmärkten und Außengastronomie.
4) Die Bereitstellung von städtischer Infrastruktur wie Sitzmöbeln, Pflanzenkübeln, Spielgeräten und Verschattung.
5) Eine wissenschaftliche Begleitung, Evaluation und die Erarbeitung eines städtebaulichen Konzepts, um Sommerstraßen fest zu etablieren und dauerhafte Umgestaltung zu ermöglichen.
6) Nach dem Vorbild Bremerhavens, in Bremen zu prüfen, ob die Straßenabschnitte zwischen Sielwall und dem Theater am Goetheplatz im Ostertor oder die Vegesacker Straße zwischen Bremerhavener Straße und Geestemünder Straße in Walle für eine Sommerstraße geeignet sind.
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