Sommerstraßen für Bremen – der Sommer unseres Lebens!
Die Fraktion Die Linke in der Bremischen Bürgerschaft fordert in einem Positionspapier ein stadtweites Programm für Sommerstraßen ab 2027 in Bremen. Für Bürger*innen soll es demnach unkompliziert möglich werden, Sommerstraßen zu beantragen, die für die Monate Juni bis August autofrei sind und als Orte der Begegnung, des Spiels und der Erholung genutzt werden können.
Tim Sültenfuß, verkehrspolitischer Sprecher der Bremer Fraktion Die Linke, erklärt: „Sommerstraßen schaffen mehr Lebensqualität direkt vor der Haustür. Sie machen Städte hitzeresilienter und gerechter für alle. Anwohner*innen können die Straße so nutzen, wie sie das möchten: von Picknicken, Inliner fahren, Fußball spielen bis Events wie Konzerte, Open-Air-Kino oder Flohmärkte ist alles möglich. Gerade für Kinder entstehen sichere Orte zum Spielen, andere können sich einfach draußen aufhalten – ohne etwas kaufen zu müssen. Das Risiko von Unfällen sinkt, es gibt weniger Lärm, bessere Luft und es ist nachweislich kühler, wenn keine Autos fahren oder parken. Gerade angesichts der immer heißer werdenden Sommer, sind Sommerstraßen wichtig für die Klimaanpassung und sorgen durch Verschattung und Pflanzen für Abkühlung.“
Gleichzeitig profitieren auch Gastronomie und Einzelhandel von einer höheren Aufenthaltsqualität und mehr Platz vor ihren Geschäften. Erfahrungen aus Bremerhaven, München, Rostock, Osnabrück und zahlreichen weiteren Städten zeigen, dass Sommerstraßen von vielen Menschen angenommen werden und dauerhaft zu lebendigeren Quartieren beitragen. Für eine erfolgreiche Umsetzung von Sommerstraßen braucht es aus Sicht der Fraktion Die Linke aber eine enge Beteiligung der Nachbarschaft und der Beiräte.
Sültenfuß weiter: „Das Konzept der Sommerstraße ist nur erfolgreich, wenn Impulse aus der Nachbarschaft kommen und sie, wie auch die Beiräte, frühzeitig mit einbezogen werden. Auch braucht es eine gute Kommunikation seitens der Behörde und eine für alle Seiten zufriedenstellende verkehrliche Umsetzung.“
Zudem fordert die Fraktion Die Linke Sondernutzungserlaubnisse für Veranstaltungen und dass die Stadt Sitzmöbel, Spielgeräte, Pflanzenkübel und Verschattung zur Verfügung stellt. Auch müsste es eine wissenschaftliche Begleitung, Evaluation und langfristig die Erarbeitung eines städtebaulichen Konzepts geben, um Sommerstraßen fest zu etablieren und eine dauerhafte Umgestaltung zu ermöglichen.
Als Sommerstraßen könnten aus Sicht der Linksfraktion zum Beispiel der Ostertorsteinweg zwischen Sielwall und Theater am Goetheplatz oder die Vegesacker Straße im Bereich zwischen Bremerhavener Straße und Geestemünder Straße in Walle geeignet sein.
Karsten Seidel ist Mitglied der Initiative „Lebendige Vegesacker“, die sich seit vielen Jahren für eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Vegesacker Straße einsetzt. Seidel begrüßt die Idee einer Sommerstraße bei sich im Quartier: „Damit lässt sich einfach und kostengünstig die Sicherheit insbesondere für Kinder, Senior*innen und mobilitätseingeschränkte Personen verbessern. Die Unterstützung vor Ort ist da: Gemeinsam mit dem Beirat und den Anwohnenden wollen wir zeigen, dass eine Sommerstraße 2027 hier Realität werden kann und für alle eine Verbesserung ist.“
Sültenfuß abschließend: „Straßen sind mehr als Verkehrsflächen. Sie gehören den Menschen, die dort leben. Sommerstraßen zeigen, wie öffentlicher Raum gerechter von allen genutzt werden kann. Menschen können sich so ein Stück Stadt für die Nachbarschaft zurückholen. Was in vielen anderen Städten erfolgreich funktioniert, sollte auch in Bremen möglich werden.“
Klicken Sie bitte hier, wenn Sie das komplette Positionspapier einsehen möchten.


