Niemand darf an einem defekten Hublift scheitern: Barrierefreien ÖPNV für alle!

Der Bremer ÖPNV und die Haltestellen müssen barrierefreier werden – das fordert die Koalition in einem Antrag, initiiert von der Linksfraktion, der heute in der Bürgerschaft beschlossen wurde. Denn viel zu oft können Menschen im Rollstuhl die Straßenbahnen in Bremen nicht nutzen, weil die Hublifte defekt sind. Abhilfe sollen faltbare Rampen schaffen, die bei Störungen als Alternative zum Einsatz kommen können und in den Bahnen vorgehalten werden. Außerdem sieht der Antrag vor, dass Bremen mehr Tempo beim barrierefreien Umbau der BSAG-Haltestellen macht, damit der Einstieg künftig überall stufenlos möglich ist. Als Übergangslösung soll die VBN-Fahrplaner App zuverlässig über defekte Einstiegshilfen informieren.

Tim Sültenfuß, Sprecher für Verkehr und Inklusion der Bremer Fraktion Die Linke, kommentiert: „Es kommt leider viel zu oft vor, dass Hublifte nicht funktionieren – das schränkt Menschen im Rollstuhl erheblich ein. Sie sind oft abhängiger vom Nahverkehr als andere Bremer*innen, da sie nicht auf andere Verkehrsmittel ausweichen können. Ein zuverlässiger und barrierefreier Nahverkehr ist aber Grundbedingung für soziale Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben für alle.“

Im Jahr 2024 waren die Hublifte in den Bremer Straßenbahnen laut einer Anfrage der Linksfraktion 96-mal, oft für einen längeren Zeitraum, defekt. In diesem Jahr hat es allein bis August 47 Störungen gegeben.

Tim Sültenfuß: „Ein defekter Hublift darf keine böse Überraschung für Rollstuhlfahrer*innen sein, sondern muss zuverlässig in der VBN-App angezeigt werden. Unangenehme Verspätungen, zum Beispiel auf dem Weg zum Arbeitsplatz, können so verhindert werden. Beim Umbau der Haltestellen muss Bremen endlich die gesetzlichen Verpflichtungen aus der UN-Behindertenrechtskonvention erfüllen und sollte dabei besonders hochfrequentierte Stationen priorisieren. Wenn der Einstieg bald überall stufenlos möglich ist, dann sind Einstiegshilfen überflüssig und es geht für alle schneller. Barrierefreie Mobilität bedeutet gesellschaftliche Teilhabe und Teilhabe ist ein Menschenrecht!“