Essensarmut verhindern und Bremerhavener Tafel langfristig absichern!

Die Fraktion Die Linke hat am Mittwoch die Tafel Bremerhaven in den Räumen in der Surfeldstraße besucht, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Seit Anfang Januar führt ein neuer Verein „Tafel Bremerhaven“, bestehend aus Ehrenamtlichen, den Betrieb und sichert so das Fortbestehen. Der Tafel drohte das Aus, da die vorherigen Träger sich aus Kostengründen dazu entschlossen hatten, das Angebot Ende des Jahres einzustellen. Auf Initiative der Linksfraktion wird der Betrieb der Tafel Bremerhaven in den kommenden zwei Jahren mit jeweils 10.000 Euro aus dem Landeshaushalt unterstützt. Diese Zuwendungen sind in das zusätzliche Finanzpaket der rot-grün-roten Koalition im Rahmen des Doppelhaushalt 2026/27 aufgenommen worden. 

Sofia Leonidakis, Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion, kommentiert: „Ich habe großen Respekt vor dem Kraftakt, den dieser Neustart erfordert hat und dem Engagement der ehrenamtlichen Helfer*innen. Ohne sie stünden mehr als 800 bedürftige Haushalte ohne diese dringend benötigte Versorgung mit Lebensmitteln da. Dass Nutzer*innen der Bremerhavener Tafel ohne dieses Angebot teilweise tagelang ohne Essen bleiben, macht mich fassungslos. Essensarmut in einem reichen Land wie Deutschland ist ein Skandal. Die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft gehört beseitigt und die Preise müssen runter. Als Linke kämpfen wir dafür, dass jeder Mensch würdevoll leben kann. Es darf nicht sein, dass Reiche immer reicher werden, während die Ärmsten auf Hilfsangebote wie die Tafel angewiesen sind. Bis dahin arbeiten die fast hundert Ehrenamtlichen der Bremerhavener Tafel Tag für Tag gegen die Folgen von Armut an. Viele von ihnen sind selbst von Armut betroffen oder haben Fluchterfahrung. In einer Zeit, in der viele im Alltag unter den Preisen ätzen und Armut zunimmt, schließen sie eine große Lücke. Dafür sind wir sehr dankbar!“

Der neue Verein hofft auf weitere Spenden und Fördermitglieder, um die Miete und die Transporter finanzieren zu können. 

Jana Petersen, Vorsitzende des neuen Vereins „Tafel Bremerhaven“,betont: „Wir sind stets dankbar für motivierte Ehrenamtliche, die gemeinsam mit uns das Projekt tragen. Für die Zukunft würden wir uns aber auch wünschen, eine hauptamtliche Kraft für Leitungsaufgaben einstellen zu können.“

Petersen fügt hinzu: „Die Arbeit bei der Tafel hat meine Perspektive auf Armut und den Wert von Lebensmitteln stark verändert. Die Armut, die ich hier jeden Tag erlebe, bestürzt mich. Gleichzeitig macht es Mut zu sehen, dass wir mit unserem neuen Verein konkret helfen und etwas bewirken können. Umso mehr freuen wir uns, dass es gelungen ist, die Versorgung so vieler Menschen nahezu nahtlos sicherzustellen. Für die Wertschätzung und Unterstützung sind wir dankbar – sie hilft uns, das Angebot der Bremerhavener Tafel weiter zu stabilisieren und auszubauen.“