Equal Pay Day: Lohnlücke endlich überwinden!
Der Gender Pay Gap ist im Land Bremen im vergangenen Jahr auf 14 Prozent gesunken – und damit so niedrig wie nie. Von echter Gleichstellung kann dennoch keine Rede sein: Frauen haben 2025 im Schnitt vier Euro weniger pro Stunde verdient als Männer. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die anlässlich des heutigen Equal Pay Days veröffentlicht wurden.
Cindi Tuncel, Sprecher für Gleichstellung der Bremer Fraktion Die Linke, kommentiert: „Eine Lohnlücke von 14 Prozent ist ein Fortschritt, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Der Gender Pay Gap gehört generell überwunden! Es kann nicht sein, dass Frauen für dieselbe Arbeit immer noch weniger verdienen als Männer. Bremen hat bundesweit außerdem die niedrigste Frauenerwerbsquote – und mehr als die Hälfte der Frauen arbeitet in Teilzeit, während Vollzeit bei Männern weiterhin die Regel ist. Wir haben also noch einen weiten Weg zu gehen. Um die Gerechtigkeitslücke zu überwinden, fordern wir deshalb eine Gehalts-Offensive für Frauen und die konsequente Umsetzung der Landesstrategie Gendergerechtigkeit im Erwerbsleben und Entgeltgleichheit.“
Gründe für die Lohnlücke sind höhere Teilzeitquoten bei Frauen und niedrigere Gehälter intraditionell weiblich konnotierten Berufen. Die Ungleichheit hat auch Konsequenzen im Alter – die Renten von Frauen liegen im Schnitt deutlich unter denen von Männern.
Cindi Tuncel weiter: „Frauen müssen endlich raus aus der Teilzeitfalle! Erwerbs- und Carearbeit muss sich vereinbaren lassen – nicht nur bei der Kindererziehung, sondern auch später, bei der Pflege von Angehörigen. Dafür brauchen wir ein gesellschaftliches Umdenken, ein ausreichendes Betreuungsangebot mit längeren Betreuungszeiten und eben auch mehr Männer, die Sorgearbeit übernehmen.“
Zugleich ist mehr Transparenz bei den Löhnen notwendig. Die Senatorin für Frauen, Claudia Bernhard, hat zu Recht darauf hingewiesen, dass fehlende Transparenz ein zentraler Grund dafür ist, dass Gehaltsunterschiede oft unentdeckt bleiben.
Tuncel abschließend: „Die Bundesregierung muss das Entgelttransparenzgesetz nach EU-Vorgaben konsequent umsetzen und nachschärfen. Gleiche Bezahlung unabhängig vom Geschlecht muss endlich Realität werden!“

