Besonders vulnerable Frauen und Mädchen stärker schützen!

Am morgigen Samstag ist der Internationale Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen. In Bremen rufen feministische Organisationen und der Deutsche Gewerkschaftsbund zu einer Demonstration bzw. einer Aktion an dem Gedenktag auf.

Maja Tegeler, frauen*politische Sprecherin der Linksfraktion, dazu: „Häusliche und sexualisierte Gewalt, Hass im Netz, Femizide: Noch immer leiden Frauen und Mädchen unter dem Patriarchat, das sich nicht zuletzt in Form von brutaler Gewalt bemerkbar macht.“

Jede dritte Frau wird in ihrem Leben Opfer von körperlicher oder sexualisierter Gewalt. Jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem Ex- oder Partner getötet. „All diese Zahlen sind bekannt“, sagt Tegeler. „Was häufig nicht bekannt ist: Marginalisierte Frauen und Mädchen sind besonders vielen Übergriffen ausgesetzt. Mädchen und Frauen mit Behinderungen erleben beispielsweise zwei bis dreimal häufiger Gewalt als der Bevölkerungsdurchschnitt. Auch geflüchtete sowie wohnungslose und obdachlose Frauen sind häufiger Opfer von meist männlichen Tätern. Die Sicherheit dieser Frauen wird unzureichend behandelt, dabei sind sie es, die Gewaltschutz besonders dringend brauchen. Hier ist weiterhin ein Umdenken nötig: Als Gesellschaft müssen wir besonders vulnerable Frauen und Mädchen stärker schützen!“

Das Land Bremen hat bereits die Umsetzung der Istanbul-Konvention mit einem Aktionsplan auf den Weg gebracht. Dieser umfasst insgesamt 75 Maßnahmen, die Frauen wirksam vor Gewalt schützen und in Gewaltfällen helfen sollen. Tegeler betont die Wirksamkeit der vorbeugenden und sensibilisierenden Angebote: „Was gegen Gewalt an Frauen und Mädchen hilft: ein Problembewusstsein der Angehörigen, Freund*innen, Nachbar*innen, Lehrkräfte und vielen mehr. Nur wenn alle aufmerksam hinschauen, die Betroffenen von Gewalt ansprechen und unterstützen, können mehr Frauen und Mädchen geschützt werden. Deshalb ist zum Beispiel die aufklärende und aufsuchende Arbeit des Pilotprojekts „StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt“ in Tenever so wichtig. Diese Präventionsarbeit im Quartier muss ausgeweitet und finanziell abgesichert werden. Am Gewaltschutz dürfen wir nicht sparen!“