Wohnungslosigkeit beenden – Wohnen ist ein Menschenrecht!
Am heutigen 11. September ist der bundesweite Tag der wohnungslosen Menschen. Unter dem Motto „Hinschauen. Aktiv werden. – Gemeinsam gegen Wohnungsnot“ setzt der Aktionstag 2026 ein Zeichen für mehr Aufmerksamkeit, gesellschaftliche Verantwortung und die Partizipation wohnungsloser sowie ehemals wohnungsloser Menschen.
Sofia Leonidakis, Vorsitzende der Fraktion Die Linke und sozialpolitische Sprecherin, erklärt: „Wir dürfen nicht wegschauen, wenn es um Wohnungslosigkeit geht und müssen aktiver werden, um diese soziale Krise zu beenden. Wir alle brauchen ein gutes und sicheres Zuhause. Damit alle Menschen ein selbstbestimmtes Leben in Würde führen können, müssen wir die Wohnungslosigkeit beenden. Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck unzureichender, sozialer Auffangnetze.
Mit Housing First sind wir in Bremen schon den ersten Schritt in die richtige Richtung gegangen – aber bis wir am Ziel sind, ist es noch ein weiter Weg. Wir müssen Housing First dauerhaft finanzieren und deutlich ausbauen. Das Bremer Modellprojekt hat gezeigt, dass der Ansatz, zuerst eine eigene Wohnung und dann individuelle Unterstützungsangebote zu vermitteln, ein sehr wirksamer Weg aus der Wohnungslosigkeit ist. Housing First ist ein international erfolgreiches Konzept und sollte in Bremen zur Regel werden.“
Beim Bremer Pilotprojekt Housing First, das von der Linksfraktion initiiert wurde, ist aus Sicht Leonidakis besonders der Peer-to-Peer-Ansatz hervorzuheben. Hierbei geht es darum, dass Personen, die selbst Erfahrung mit Obdachlosigkeit haben, den Teilnehmenden zur Seite stehen.
Leonidakis weiter: „Die Peer-Arbeit schafft Vertrauen, Vertrauen schafft Bindung – die wichtigsten Grundlagen für nachhaltige Angebote und Bekämpfung von Obdachlosigkeit. Denn viele obdachlose Menschen fühlen sich von der Gesellschaft fallen gelassen. Sie erleben neben existenzieller Not, Ausgrenzung, Respektlosigkeit, Ignoranz und Gewalt. Wichtig ist, dass wir den Menschen zuhören und ihnen auf Augenhöhe begegnen. Dabei müssen wir auch junge Menschen, Frauen und queere Menschen im Blick behalten. Zudem müssen wir berücksichtigen, dass viele Menschen, die auf der Straße leben müssen, zu ihrem Tier die engste Bindung haben. Auch das gehört zu einer ganzheitlichen Strategie, um Obdachlosigkeit zu beenden – eine Strategie, die es braucht, wenn das Recht auf Wohnen Realität werden soll.“

