Gender Pay Gap: Frauen müssen raus aus der Teilzeitfalle!

Cindi Tuncel: „Der Gender Pay Gap muss bundesweit endlich sinken, anstatt zu stagnieren und gehört generell überwunden! Von echter Gleichstellung sind wir weit entfernt.“

Frauen haben dieses Jahr in Deutschland erneut deutlich weniger verdient als Männer. Pro Stunde erhielten sie rund vier Euro weniger als ihre männlichen Kollegen, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt. Damit bleibt die Lohnlücke auch in diesem Jahr unverändert bestehen. Eine aktuelle Große Anfrage der Linksfraktion zeigt die Entwicklung im Land Bremen.

Cindi Tuncel, Sprecher für Gleichstellung der Bremer Fraktion Die Linke, kommentiert: „Der Gender Pay Gap muss bundesweit endlich sinken, anstatt zu stagnieren und gehört generell überwunden! Bremen macht zwar in manchen Bereichen auch Fortschritte, die Lohnlücke ist in den vergangenen zehn Jahren gesunken und in der öffentlichen Verwaltung im Land und Stadt Bremen haben wir inzwischen über 50 Prozent Frauen in Führungspositionen. Aber von echter Gleichstellung sind wir auch hier weit entfernt. Der Gender Pay Gap liegt derzeit bei 17 Prozent und damit sogar leicht über dem Bundesdurchschnitt. Bremen hat bundesweit außerdem die niedrigste Frauenerwerbsquote – und mehr als die Hälfte der Frauen arbeitet in Teilzeit wohingegen bei Männern Vollzeit immer noch die Regel ist. Wir haben also noch einen weiten Weg zu gehen. Um die Gerechtigkeitslücke zu überwinden, fordern wir als Linke eine Gehalts-Offensive für Frauen.“ 

Knapp zwei Drittel des Gender Pay Gap erklärt das Statistische Bundesamt mit höheren Teilzeitquoten bei den Frauen und geringeren Gehältern in traditionell weiblich konnotierten Berufen.

Cindi Tuncel weiter: „Frauen müssen endlich raus aus der Teilzeitfalle! Erwerbs- und Carearbeit muss sich vereinbaren lassen – nicht nur bei der Kindererziehung, sondern auch später, bei der Pflege von Angehörigen. Dafür brauchen wir ein gesellschaftliches Umdenken, ein ausreichendes Betreuungsangebot mit längeren Betreuungszeiten und eben auch mehr Männer, die Sorgearbeit übernehmen. Außerdem muss es mehr Transparenz über Gehälter und stärkere Durchsetzungsrechte gegen Lohndiskriminierung für Beschäftigte geben. Die Bundesregierung muss hierfür das Entgelttransparenzgesetz nach EU-Vorgaben nachschärfen. Deshalb begrüßen wir es, dass der Senat prüft, wie die Entgelttransparenz auch auf Landesebene verbessert werden kann. Gleiche Bezahlung unabhängig vom Geschlecht muss endlich gewährleistet werden!“