Zugang zu Gesundheitsversorgung für alle: Senat beschließt MVP-Angebot für Bremerhaven!
Für Nelson Janßen und Dariush Hassanpour „zeigen die Zahlen deutlich, wie groß der Bedarf und wie wichtig die Arbeit des MVP ist. Mindestens 4.000 Menschen in Bremen haben keine Krankenversicherung.“
Das Angebot des Vereins zur Förderung der gesundheitlichen und medizinischen Versorgung nicht versicherter und papierloser Menschen in Bremen (MVP) wird in Bremen von immer mehr Menschen genutzt und schließt eine wichtige Versorgungslücke. Das bestätigen die Senatsantworten auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. Im Januar 2026 soll das Angebot des MVP auch auf Bremerhaven ausgeweitet werden.
Nelson Janßen, Vorsitzender und Sprecher für Gesundheit der Bremer Fraktion Die Linke, kommentiert: „Die Zahlen zeigen deutlich, wie groß der Bedarf und wie wichtig die Arbeit des MVP ist. Mindestens 4.000 Menschen in Bremen haben keine Krankenversicherung, darunter obdachlose Menschen oder Menschen ohne Papiere. Dank der Arbeit des MVP konnten viele schwere oder sogar lebensbedrohliche Krankheitsverläufe verhindert werden. Auch haben einige Menschen, die auf den MVP angewiesenen sind, grundsätzlich Anspruch auf eine Krankenversicherung – langes Warten auf Sozialleistungen, Aufenthaltstitel oder Zuständigkeitswechsel zwischen Behörden führen aber immer wieder zu gefährlichen Versorgungslücken.Besonders für chronisch kranke Menschen, die regelmäßig behandelt werden müssen, ist das untragbar. Gesundheit darf kein Privileg sein, sondern ist ein grundlegendes Menschenrecht. Deshalb müssen Wartezeiten bei zuständigen Stellen wie Sozialamt, Migrationsamt oder dem Jobcenter verkürzt werden und Zuständigkeiten durchgehend geklärt sein. Im Zweifel müssen Leistungsträger wie die Sozialämter oder Krankenkassen auch in Vorkasse gehen, so sieht es auch das Sozialgesetzbuch explizit vor.“
Seit Projektbeginn im Juli 2022 sind 2.226 Menschen durch den MVP unterstützt worden, davon allein 920 in diesem Jahr. In 2026 hat es 1.386 Behandlungen und 1.820 Beratungsgespräche gegeben. Mindestens 351 Menschen erhielten durch das Projekt bereits Zugang zu einer regulären Krankenversicherung.
Dariush Hassanpour, fluchtpolitischer Sprecher der Linksfraktion, ergänzt: „Gesundheitsversorgung darf nicht von Herkunft, Aufenthaltsstatus oder sozialer Lage abhängen. Solange jedoch Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus faktisch von unserem Gesundheitssystem ausgeschlossen sind, können wir auf Projekte wie den MVP nicht verzichten. Dass es ab Januar auch ein Angebot des MVP im Bremerhavener Gesundheitsamt geben wird, begrüßen wir sehr. Der MVP muss dauerhaft und bedarfsgerecht finanziell abgesichert und langfristig verstetigt werden.“

