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Klassenfahrten statt Nachhilfe – LINKE veröffentlicht Positionspapier zum Förderbedarf nach Corona

Mit einem Positionspapier mischt sich die die LINKE Bürgerschaftsfraktion in Bremen in die Diskussion um die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Anschluss an die Corona-Pandemie ein. Anlass der Debatte sind die zusätzlichen Mittel, die der Bund den Ländern zur Unterstützung der Schüler:innen zur Verfügung stellt. Bremen muss nun zeitnah Konzepte vorlegen, wie diese Gelder verausgabt werden sollen. Die Linksfraktion stellt in ihrem Positionspapier eine ganzheitliche Förderung der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt.

„Das Spielen auf dem Schulhof, Sport, Theater- und andere AGs – allgemein das ganze Sozialleben der Kinder hat jetzt fast anderthalb Jahre lang genauso gelitten, wie der Mathe- oder Deutschunterricht“, erläutert Miriam Strunge den Ansatz des Positionspapiers. „Ich verstehe deswegen auch nicht, dass jetzt auf allen Ebenen über zusätzliche Nachhilfe am Samstag diskutiert wird. Die Kids sollen am Wochenende wieder auf den Bolzplatz oder in den Skatepark, das fehlt doch genauso.“ Die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE sieht deswegen die Notwendigkeit, nun auch Bereiche jenseits des Prüfungsstoffes im Rahmen der aufholenden Förderung zu berücksichtigen: „Die außerschulischen Lernorte in den Stadtteilen müssen wieder neu entdeckt werden. Das kann die Filiale der Bibliothek oder das Schwimmbad sein. Gemeinsam mit den Kultureinrichtungen und Sportvereinen müssen neue Angebote geschaffen werden. So können auch die Lehrkräfte entlastet werden, die natürlich Unterstützung bei der Förderung von Schüler:innen brauchen. Wenn die Schullandheime und Jugendherbergen wieder offen sind, brauchen wir auch ein Förderprogramm für Klassenfahrten, um das soziale Lernen wieder zu ermöglichen. Im kommenden Jahr werden die Kinder und Jugendlichen keine Lernferien in den Schulen, sondern Zeltlager in der Natur, Workshops im Theater oder eine Sportfreizeit benötigen.“

Dabei ist Strunge sehr wohl bewusst, dass auch Förderung im Unterricht notwendig sein wird: „Gerade in den armen Stadtteilen haben die Kinder besonders unter der Pandemie gelitten. Dort waren die Lernrückstände schon vor Corona erheblich. Die Kluft hat sich noch vergrößert. Wir fordern, dass an den Grundschulen mit großen sozialen Problemlagen sofort zusätzliche pädagogische Fachkräfte eingestellt werden. Arbeit in Kleingruppen würde durch diese Doppelbesetzungen im Unterricht möglich. Statt Nachhilfe auf Nachmittage und auf die Ferien auszuweiten, muss die Betreuung im Schulalltag verbessert werden.“ In Bremen gibt es bereits etablierte Förderprogramme für Deutsch und Mathe, diese könnten laut Linksfraktion auf weitere Klassen und zusätzliche Schulen ausgeweitet werden. Bei all dieser Förderung gilt für Strunge aber: „Kinder sind keine Lernmaschinen, die man jetzt einfach zusätzliche Stunden am Tag laufen lassen kann. Statt den Rhythmus von Schule und Freizeit aufzugeben, sollten wir dafür sorgen, dass in der vorhandenen Unterrichtszeit besser auf das einzelne Kind eingegangen werden kann.“

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