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Skelettfunde an der Reitbrake: LINKE spricht sich für Einsetzung einer Expertenkommission aus

Seit dem Sommer 2021 finden an der Reitbrake in Bremen Ausgrabungen auf dem ehemaligen sogenannten „Russenfriedhof“ statt. Auf dem Gelände wurden während des Zweiten Weltkriegs sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter beigesetzt, die in den nahegelegenen Lagern inhaftiert waren und dort ermordet wurden oder infolge der unmenschlichen Haftbedingungen starben. Bei Ausgrabungen vor Ort hat ein Team der Bremer Landesarchäologin Prof. Uta Halle im Herbst erste Knochen und Erkennungsmarken gefunden. In der vergangenen Woche wurde dann ein vollständiges Skelett freigelegt, diese Woche folgte der Fund von acht weiteren vollständigen Gräbern. Mit diesem Fund bestätigt sich der Verdacht, dass 1948 nicht alle verstorbenen oder ermordeten sowjetischen Gefangenen umgebettet wurden, die dort begraben waren.

Anna Fischer, Landessprecherin der Bremer LINKEN, fordert eine Neubewertung der Lage: „Über die bislang unentdeckten Toten, die Opfer des NS-Regimes waren, kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Der Landesverband der LINKEN hat sich auf seinem Landesparteitag am Sonntag erneut mit dem Thema beschäftigt: Wir schlagen vor, eine unabhängige Kommission mit Expert*innen einzusetzen, die die Lage umfassend bewertet und Vorschläge erarbeitet, wie mit dem Grundstück und dem Gedenken an die Opfer angemessen umgegangen werden kann. Dabei darf es keine Vorfestlegungen geben. Das weitere Vorgehen muss zudem im Konsens mit den Konsulaten der beteiligten Staaten abgestimmt sein.“

Miriam Strunge, kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft, unterstützt den Vorschlag das Landesverbands: „Die Frage nach einem angemessenen Gedenken muss von den Überlegungen zu einer wirtschaftlichen Nutzung des Geländes strikt getrennt behandelt werden. Daher würde ich es sehr begrüßen, wenn eine unabhängige Kommission ein Konzept erarbeitet, wie zukünftig an das Leid und Sterben der sowjetischen Gefangenen in Oslebshausen erinnert werden kann. Diese Frage steht auch unabhängig von der Bestimmung eines Orts, an dem die gefundenen Skelette und die weiteren menschlichen Überreste beigesetzt werden. Die ehemalige Lagerlandschaft an der heutigen Oslebshauser Heerstraße, der ehemalige Friedhof sowie der unwürdige Umgang mit den Toten an der Reitbrake dürfen im Stadtteil nicht erneut vergessen werden.“


Pressekontakt

Eva Przybyla - Pressesprecherin

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