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Projekt Housing First nimmt an Fahrt auf

Das von der rot-grün-roten Regierungskoalition angeschobene Projekt ‚Housing First’ ist einen entscheidenden Schritt weitergekommen: So wird der Trägerverbund der Wohnungshilfe Bremen und der Hoppenbank das Projekt ab Juli umsetzen. Voraussichtlich im Herbst werden die ersten Wohnungen vergeben.           
Bei Housing First handelt es sich um einen Ansatz in der Obdachlosenhilfe, bei dem Obdachlose zuerst eine Wohnung erhalten und begleitend betreut werden. Bisher liegt die eigene Wohnung am Ende des Hilfeprozesses, der jedoch nicht selten abgebrochen wird. Um solche so genannte Drehtüreffekte zu vermeiden, soll anstelle eines Verfahrens, an dessen Ende die Vermittlung einer eigenen Wohnung steht, erst eine Wohnung z.B. per Belegrecht bezogen werden und begleitend Hilfen in Bezug auf weitere Lebensbereiche geleistet werden. Die Erfahrungen etwa aus Berlin zeigen, dass mit der eigenen Wohnung die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben erfolgreich gestaltet werden kann.

Sofia Leonidakis, Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, ist sehr zufrieden: „Der Bürgerschaftsbeschluss geht nun mit der Trägerentscheidung in die Umsetzung. Damit schlagen wir eine neue Seite in der Bremer Wohnungslosenpolitik auf! Anstatt sich in Notunterkünften oder Therapieprogrammen die eigene Wohnung ‚erarbeiten‘ zu müssen, kann fortan für wohnungslose Bremer:innen die eigene Wohnung am Anfang weiterer Unterstützungsmaßnahmen stehen. Die Erfahrungen etwa aus Berlin zeigen, dass eine eigene Wohnung auch stabilisierend auf andere Lebensbereiche wirkt. Der Trägerverbund der Wohnungshilfe Bremen e.V. und der Hoppenbank e.V. hat unter anderem mit der vorgesehenen Peer-to-Peer-Beratung überzeugt. Die betreuten Personen werden von Menschen begleitet, die selbst wohnungslos gewesen sind. Das stärkt Vertrauen, wirkt auf Augenhöhe und vermeidet damit letztlich auch Rückfälle. Ich bin sehr glücklich, dass wohnungslosen Menschen bald dieses tolle Angebot zur Verfügung stehen wird.“

Birgitt Pfeiffer, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion: „Ich freue mich sehr, dass nun der Träger für die Umsetzung unseres Housing First-Ansatzes feststeht. Denn der Weg aus der Obdachlosigkeit ist ein steiniger Weg. Umso wichtiger ist es, dass wir neben den bestehenden Angeboten mit Housing First eine innovative Möglichkeit schaffen, Menschen eine Chance auf selbständige Lebensgestaltung in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. In der Kombination von Housing First und der Einführung von Belegrechten machen wir in diesem Jahr einen Quantensprung in der Wohnungsversorgung obdachloser und anderer Menschen, die es auf dem Wohnungsmarkt mehr als schwer haben. Darauf kann diese Koalition zurecht stolz sein.“

Thomas Pörschke, Sprecher für Obdachlosenpolitik der Fraktion B90/DIE GRÜNEN: „Das Pilotprojekt Housing First ist ein Meilenstein für die Unterstützung obdachloser Menschen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die leider nur allzu oft vergessen oder auch als störend empfunden werden. Housing First bedeutet einen Paradigmenwechsel: Obdachlose erhalten ohne Vorbedingung zunächst eine Wohnung, kombiniert mit Betreuung und Beratung. Die eigenen vier Wände verschaffen Sicherheit. Auf dieser stabilen Basis werden dann die anderen Probleme wie Sucht, Arbeitslosigkeit und Schulden angegangen. Mit dem ‚Housing First’-Konzept wollen wir obdachlosen Menschen neue Perspektiven eröffnen und ihnen ein Leben in Würde ermöglichen.“

Pressekontakt

Eva Przybyla - Pressesprecherin

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