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Hanau ist kein Einzelfall!

Vor einem Jahr, am 19. Februar 2020, hat ein rassistischer Attentäter neun Menschen mit Migrationshintergrund in Hanau erschossen. In Erinnerung an die Opfer und in Solidarität mit den Überlebenden und Hinterbliebenen finden am Freitag bundesweit Gedenkveranstaltungen statt.

Sofia Leonidakis, Vorsitzende der Fraktion, und Cindi Tuncel, Sprecher der Fraktion DIE LINKE für Migration und Antidiskriminierung, sprechen den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl aus: „Wir trauern mit den Angehörigen um die Opfer dieses furchtbaren Verbrechens und wir lassen sie und die Überlebenden nicht allein. Sie fordern Handlungen statt Worte von der Politik. Zurecht! Ihre Forderungen nach Erinnerung, Aufklärung und Konsequenzen sind berechtigt und müssen erfüllt werden. Der Tathergang muss restlos und von Amts wegen aufgeklärt werden. Noch gibt es zu viele offene Fragen und an einigen Stellen zu zögerliche Ermittlungen: Wieso hatte der seine Gesinnung offen zur Schau stellende, psychisch kranke Täter überhaupt einen Waffenschein und eine Waffe? Wieso war der Notruf am Tattag unterbesetzt? Warum wurden und werden die Hinterbliebenen von der Polizei wie potenzielle Täter:innen behandelt? Warum wird erst seit einer Anzeige der Hinterbliebenen umfassend ermittelt? Es ist erschütternd, dass wir uns diese Fragen nach dem Ermittlungsdesaster um den NSU noch einmal stellen müssen.“

Mit Nachdruck fordern Leonidakis und Tuncel ein klares Bekenntnis der Gesellschaft zum Antirassismus: „Die Ermordeten sind wegen ihres Migrationshintergrundes ermordet worden. Sie waren keine Fremden, aber sie wurden als vermeintlich Fremde getötet. Der Rassismus, der sie als „fremd“ markiert, ist überall in unserer Gesellschaft präsent!“

Leonidakis und Tuncel abschließend: „Hanau ist kein Einzelfall, sondern die Fortsetzung des rechten Terrors gegen Migrant:innen oder als migrantisch markierte Menschen, People of Color, Schwarze Menschen, Sinti und Roma, Jüd:innen und Muslim:innen. Angefangen bei den Pogromen in Mölln und Rostock-Lichtenhagen, über die Morde an den Opfern des NSU, von Halle bis Hanau: Rechter Terror zieht sich durch die Geschichte der Bundesrepublik und weltweit. Auch in Bremen und Umgebung hat es zuletzt neonazistische Angriffe und Brandanschläge gegeben. Bei einigen ist es nur dem Zufall zu verdanken, dass niemand umgekommen ist. Wir dürfen diesem Geschehen nicht zusehen, sondern müssen frühzeitig aktiv werden. Wir müssen die Anzeichen von extrem rechten und rassistischen Gewalttaten erkennen und sofort reagieren. In Bremen müssen erneut Anstrengungen unternommen werden, um die Lehren aus dem Terror von Hanau, Halle und des NSU zu ziehen und in nachhaltige Taten münden zu lassen.“


Pressekontakt

Eva Przybyla - Pressesprecherin

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