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Entscheidung für Errichtung Gedenkort Laye-Alama Condé innerhalb eines Jahres

Am 07.01.2005 verstarb Laye-Alama Condé an den Folgen einer zwangsweisen Vergabe von Brechmitteln in Polizeigewahrsam. Nachdem Condé, Zeit seines Lebens nicht vorbestraft, wegen des Verdachtes auf Drogenhandel vorläufig festgenommen und in das Polizeipräsidium in der Vahr gebracht wurde, fesselte man ihn dort und verabreichte ihm zwangsweise Brechmittel über eine Magensonde. Während dieses Prozedere musste Condé mehrmals erbrechen, wobei sich seine Vitalparameter zunehmend verschlechterten. Condé fiel ins Koma, wurde in ein Bremer Krankenhaus gebracht und verstarb dort am 07.01.2005 an Sauerstoffmangel durch Ertrinken als Folge des zwangsweisen Brechmitteleinsatzes. Des Weiteren wurden im Krankenhaus ein Lungenödem und eine Hirnschädigung diagnostiziert. Im Land Bremen wurde die Praxis der Brechmittelvergabe von 1991 bis zum Tode von Condé eingesetzt. Dies obwohl Ärzt*innen und Expert*innen seit Beginn der Vergabe diese als gefährlich und unverhältnismäßig kritisierten. So bezeichnete beispielsweise das Oberlandesgericht Frankfurt 1996 die Vergabe von Brechmitteln als Verstoß gegen die Menschenwürde und des Persönlichkeitsrechtes. Bereits 2001 verstarb in Hamburg Achidi John bei einem ähnlichen Vorfall nach der Verabreichung von Brechmitteln.

Annika Port, Deputierte in der staatlichen Deputation für Kultur für die Fraktion DIE LINKE, fordert nun, zeitnah die notwendigen Entscheidungen zur Errichtung eines Gedenkortes zu treffen: „Nach 15 Jahren ist es längst überfällig, dass Bremen auch im Falle von Laye-Alama Condé der Verantwortung gerecht wird und ein Zeichen setzt, dass so etwas nie wieder passieren darf. Zu dieser Verantwortung gehört auch ein Gedenkort, der klar macht, dass kein Mensch, der in Polizeigewahrsam ist, nachhaltig zu Schaden oder gar zu Tode kommen darf. Ich bin froh, dass wir uns im Koalitionsvertrag auf die Errichtung eines solchen Gedenkortes geeinigt haben. Morgen ist der fünfzehnte Todestag von Laye-Alama Condé. Dies muss für uns ein Anlass sein die Diskussion über einen Gedenkort endlich in einen abschließenden Prozess mit verbindlicher Entscheidung für einen solchen Ort zu überführen. Seit Jahren wird darüber diskutiert, doch ohne ein wirkliches Ergebnis. Ich würde mich freuen, wenn wir innerhalb eines Jahres unter Einbeziehung der ‚Initiative in Gedenken an Laye-Alama Condé‘ und dem Beirat Mitte die Planung eines Gedenkortes abgeschlossen haben und damit auch ein Zeichen zu setzen, dass die über Jahre dauernde Praxis der Brechmittelvergabe ein Fehler war.“


Pressekontakt

Tim Ruland - Pressesprecher

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