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Neue Schulstudie VERA 3: Linksfraktion fordert schnelle Maßnahmen gegen Bildungsrückstände

In der Sitzung der Deputation für Kinder und Bildung am Mittwoch hat die Bremer Bildungssenatorin die Ergebnisse der neusten Vergleichsstudie VERA 3 vorgestellt. Dafür wurden im Sommer 2022 die Lese-, Rechtschreib- und Mathekompetenz aller Kinder der dritten Klasse im Land Bremen überprüft. Die Ergebnisse fielen sehr schlecht aus. Ähnlich wie im Vorjahr erreichten beim Lesen 42 Prozent der Kinder den Mindeststandard nicht. In Mathe schafften sogar 48 Prozent diese geringste Anforderungsstufe nicht, das sind fast 10 Prozent mehr als 2021. Getestet wurden die Kinder des Jahrgangs, der bei Corona-Ausbruch im März 2020 im ersten Schuljahr und damit vom Schulausfall während der Pandemie besonders betroffen war.

Miriam Strunge, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zeigt sich von den Ergebnissen erschüttert: „Bei den Kindern, die schon in ihrem ersten Schuljahr mit Schulausfall zu kämpfen hatten, zeigen sich nun doch erhebliche Lernrückstände. In Mathe erreichen fast die Hälfte der Kinder nicht die Mindestanforderungen – das heißt, sie beherrschen die Grundrechenarten nicht. Das ist mehr als alarmierend. Wir dürfen diese Kinder nun nicht allein lassen. Mit ‚Mathe sicher können‘ gibt es ein etabliertes Förderprogramm, welches bereits an fünfzehn Oberschulen des Landes erprobt wurde. Es ist dringend nötig, diese Förderung an allen Oberschulen flächendeckend anbieten, um die vorhandenen Defizite aufzuholen.“

Handlungsbedarf sieht Strunge aber nicht nur bei Mathe, sondern auch beim Fach Deutsch: „Im Juni haben wir in der Deputation ein neues Sprachförderkonzept beschlossen, das eine integrierte Unterstützung beim Spracherwerb in der Kita und in der Schule vorsieht. Methodisch und fachlich ist es auf dem neuesten Stand und stellt die Unterstützung der Kinder auf eine neue Grundlage. Leider liegt es seitdem in der Schublade des Bildungsressorts und kann wegen fehlender Haushaltsmittel nicht umgesetzt werden. Die Kinder verdienen aber sofort unsere Förderung und können nicht auf Wahlergebnisse, Koalitions- und Haushaltsverhandlungen warten. Wir müssen es als Politik ermöglichen, dass das neue Konzept schon ab diesem Sommer umgesetzt werden kann. Dafür gilt es, den Spielraum im Haushalt zu nutzen.“

Generell regt Strunge an, die Lernzeit an den Grundschulen auszuweiten: „Im Bundesvergleich liegt die Unterrichtszeit an den Bremer Grundschulen unter dem Schnitt der anderen Länder. Es ist also noch Platz in der Stundentafel, der für weitere Deutsch- oder Mathestunden genutzt werden kann. Eine solche Ausweitung der Lernzeit in der Grundschule hat kürzlich auch die Wissenschaftliche Kommission der Kultusminister*innen gefordert, um mittelfristig die Kompetenzen der Schüler*innen zu stabilisieren. Wir sollten hier in Bremen unbedingt diesem Vorschlag folgen.“

Pressekontakt

Eva Przybyla - Pressesprecherin

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