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Ein Platz für Zukunft – Maßnahmenvorschläge zur Bekämpfung des Kitaplatzmangels

Zum kommenden Kindergartenjahr könnten in Bremen bis zu 3.000 Kinderbetreuungsplätze fehlen. Vielfach kann der Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz nicht eingelöst werden, trotz eines erheblichen Ausbaus der Kitaplätze und Millionen investierter Mittel. In einem gemeinsamen Positionspapier fordern die Fraktion und der Landesverband der Partei DIE LINKE in Bremen langfristige und kurzfristige Maßnahmen, um den Mangel an Kitaplätzen und Erzieher*innen systematisch anzugehen.

Sofia Leonidakis, kinderpolitische Sprecherin und Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE: „Die Kita-Krise ist eine soziale Notlage. Ohne Kitaplatz können Elternteile keiner Erwerbsarbeit nachgehen, das trifft vor allem Alleinerziehende hart. Kitaplätze sind die Grundlage für mehr Bildungsgerechtigkeit. Zur Bekämpfung des anhaltenden Kitaplatz- und Fachkräftemangels braucht Bremen dringend kurz- und langfristige Strategien. Im Kern geht es darum, Ausbildung und Beschäftigung einen Attraktivitätsbooster zu verabreichen. Wir brauchen mehr duale und bezahlte Erzieher*innen-Ausbildungen, das erfolgreiche vergütete Modell der Praxisintegrierten Ausbildung (PiA) sollte flächendeckend angewendet werden."

In Bremen leben viele Menschen aus EU- und Nicht-EU-Ländern mit einem pädagogischen Abschluss, der jedoch nicht anerkannt wird. „Hier liegt Potenzial brach, das wir nutzen müssen“, erklärt Leonidakis. „Wir fordern eine bessere, schnellere und unbürokratischere Anerkennung dieser Abschlüsse!“

Christian Gloede, Mitglied im Landesvorstand von DIE LINKE sowie Sprecher für Kinder, Bildung und Gewerkschaften: „Viele Erzieher*innen verlassen bereits in den ersten fünf Jahren nach Berufseinstieg den Job wieder. Das zeigt deutlich: Wir müssen auch die Arbeitsbedingungen in den Kitas verbessern. Langfristig ist deshalb unser Ziel, die Kita-Gruppen zu verkleinern und die personelle Grundausstattung zu verbessern – insbesondere in Kitas in Indexquartieren und mit Förderkindern.   
Schon jetzt aber brauchen wir Formen der Altersentlastung sowie eine Erhöhung der Leitungsstunden zur Vor- und Nachbereitung der pädagogischen und der Elternarbeit. Auch an einer Höhergruppierung der Erzieher*innen mindestens in die Tarifgruppe SuE 8b führt kein Weg vorbei. Dazu braucht es zusätzliche Zuschläge für Erzieher*innen, die in Kitas in Indexquartieren arbeiten. Auch wenn es gerade in Zeiten des Kitaplatzmangels manchen vielleicht widersinnig erscheint: Wir müssen Erzieher*innen entlasten, damit sie bleiben!“

Leonidakis abschließend: „Nach all den Jahren des Kita-Ausbaus müssen wir feststellen: Es hat nicht gereicht, wir laufen dem Bedarf hinterher. Deswegen muss jetzt Dampf auf den Kessel. Es darf nicht am Geld scheitern! Wir fordern ein Schwerpunktprogramm Kita, das mit 30 Millionen Euro zusätzlich ausgestattet ist, um endlich die Weichen zur Bedarfsdeckung zu stellen!“

Das Positionspapier „Ein Platz für Zukunft – Maßnahmenvorschläge zur Bekämpfung des Kitaplatzmangels, Entlastung der Erzieher*innen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Fraktion und des Landesverbandes DIE LINKE finden Sie hier.

Pressekontakt

Eva Przybyla - Pressesprecherin

fon: 0421 - 20 52 97-50
fax: 0421 - 20 52 97-10
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