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Türkische Luftwaffe fliegt nach Gedenkveranstaltung zum IS-Genozid Angriffe gegen Yeziden in Shingal

Presseerklärung von Cindi Tuncel, friedenspolitischer Sprecher der Fraktion, zum Mord an Yezid*innen in Shingal:

2014 griff der sogenannte Islamische Staat (IS) das Gebiet Shingal im Nordirak an, ermordete zehntausende männliche Yeziden und versklavte die Frauen sowie Kinder. Die UNO erkannte den Völkermord offiziell als Genozid an. Am 15. August jährt sich ein besonders brutaler IS-Angriff auf das Dorf Kocho. Aus diesem Anlass versammelten sich gestern die Yezid*innen in der Region bei einer Trauerstunde. Auf dem Rückweg von der Veranstaltung griff die türkische Luftwaffe im irakischen Luftraum einen Konvoi von Yezid*innen an und tötete nach Berichten rund ein Dutzend Menschen, die vom türkischen Regime der YBŞ (dt.: Widerstandseinheiten Shingal) zugeordnet werden. Dem Bürgerschaftsabgeordneten Cindi Tuncel erreichen seit gestern Mittag verzweifelte Anrufe von örtlichen Yezid*innen aus dem Shingal-Gebiet.

Cindi Tuncel, friedenspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE:  „Den Genozid des IS und seiner Unterstützer an den Yeziden in Shingal nahm die Bundesregierung 2014 zum Anlass, erstmals offiziell Kriegswaffen in ein Krisengebiet zu liefern. Vier Jahre später empfängt der Bundespräsident mit militärischen Würden den Kriegsverbrecher Erdogan. Die Bundesregierung schweigt zur andauernden systematischen Verfolgung der Yezid*innen, einige Landesregierungen schieben Geflüchtete sogar in das zerstörte Gebiet rund um Shingal ab. Erdogan beweist wieder einmal, dass er ein Mörder ist, der seine Morde auch mit deutschen Waffen ausführt. Er und sein Apparat gehören vor das Kriegsverbrechertribunal nach den Haag. Wenn solche Leute aber stattdessen nach Berlin auf den roten Teppich eingeladen werden, ist das für die Opfer des von der UNO anerkannten Genozids an den Yezid*innen ein unfassbarer Schlag ins Gesicht. Meine Anteilnahme gilt den Getöteten dieses barbarischen Angriffs und den yezidischen Widerstandseinheiten, die über 150.000 Menschen in Shingal vor dem sicheren Tod bewahrt haben.“

Tuncel setzt sich weiterhin ein für ein Bremer Aufnahmeprogramm für Frauen und Mädchen, die Opfer des Daesh*-Terror geworden sind.


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