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Miriam Strunge

LINKE kritisiert Unterbezahlung von Lehrbeauftragen an Hochschulen

Presseerklärung von Miriam Strunge, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion, zur Antwort des Senats:

LINKE kritisiert Unterbezahlung von Lehrbeauftragen an Hochschulen

Gestern hat der Senat eine Antwort auf die Kleine Anfrage „Situation der Lehrbeauftragen den Bremischen Hochschulen“ veröffentlicht. Lehraufträge werden freiberuflich wahrgenommen, die Hochschulen zahlen für sie keine Sozialversicherungsbeiträge. Im Vergleich zu sozialversicherungspflichtigen Lehrkräften an den Hochschulen erhalten Lehrbeauftragte deutlich weniger als die Hälfte des Honorars pro Lehrveranstaltung.

Miriam Strunge, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, kommentiert: „Öffentliche Hochschulen dürfen nicht länger ein Ort sein, wo prekäre Arbeitsbedingungen herrschen. Aber nach wie vor werden Lehrbeauftragte viel zu schlecht bezahlt: Trotz ihrer wissenschaftlichen Qualifikation arbeiten viele Dozent*innen zu Vergütungssätzen von unter 27 Euro, von denen die Vor- und Nachbereitungszeit und die vollen Sozialversicherungsbeiträge abgehen. Lehrbeauftragte haben in aller Regel nur Verträge über ein Semester und dürfen nicht einmal an den Gremienwahlen der Hochschulen teilnehmen, da sie offiziell kein Mitglied der Hochschule sind. Gleichzeitig werden Lehraufträge flächendeckend eingesetzt, weil sie flexibel und billig sind: An der Hochschule Bremen werden 44 Prozent der Lehrveranstaltungen von Lehrbeauftragten erbracht, im Fachbereich Musik an der Hochschule für Künste sind es gar 57 Prozent der Lehre. Um diese prekären Arbeitsbedingungen zu beenden, müssen deutlich mehr Lehraufträge in Festanstellungen umgewandelt werden und die viel zu niedrigen Honorarsätze müssen deutlich erhöht werden. Ich erwarte von dem Senat mindestens eine Verdopplung der bisherigen Honorarsätze ab 2020, alles andere ist unvereinbar mit dem selbstgesteckten Ziel des Senats gute Arbeitsbedingungen an den staatlichen Hochschulen umzusetzen. Die Initiative des Senats, die seit 2003 nicht angepassten Höchstsätze in der Vergütungsverordnung um 30 Prozent anzuheben, greift deshalb zu kurz, weil sie die Unterbezahlung nicht beendet und bislang gar nicht sichergestellt ist, dass die höheren Vergütungssätze auch tatsächlich gezahlt werden. So bleiben die Lehrbeauftragten die billigen Arbeitskräfte der Hochschulen, das ist nicht akzeptabel.“

Die Antwort des Senates findet sich hier.


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