Bewegung macht schlau!
Dringlichkeitsantrag der Fraktionen der SPD, Die Linke und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: In der vom Bundesministerium für Gesundheit 2022 herausgegebenen „Bestandsaufnahme zur Bewegungsförderung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ kommen die Autor:innen nach einer Analyse repräsentativer nationaler Daten zum Schluss, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit zunehmendem Alter sinkt, die die „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ bzw. die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erreichen. Laut Motorik-Modul-Studie (MoMo) von 2021 hatte sich die mangelnde körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen in Folge der COVID-19 Pandemie und der damit verbundenen Kontaktbeschränkungen und Schließungen von Sportstätten, Kitas und Schulen weiter verschärft.
In der vom Bundesministerium für Gesundheit 2022 herausgegebenen „Bestandsaufnahme zur Bewegungsförderung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ kommen die Autor:innen nach einer Analyse repräsentativer nationaler Daten zum Schluss, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit zunehmendem Alter sinkt, die die „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ bzw. die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erreichen. Laut Motorik-Modul-Studie (MoMo) von 2021 hatte sich die mangelnde körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen in Folge der COVID-19 Pandemie und der damit verbundenen Kontaktbeschränkungen und Schließungen von Sportstätten, Kitas und Schulen weiter verschärft. Und die vorläufigen Daten der jüngsten MoMo-Erhebung von 2023 und 2024 belegen, dass die Jahre der Corona-Pandemie Folgen haben für Ausdauer, Kraft und Fitness bei Kindern und Jugendlichen. Verschiedene Studien wie KiGGS („Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“) oder KIDA („Kindergesundheit in Deutschland aktuell“) belegen, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien körperlich weniger aktiv sind und seltener an Vereins- oder kommerziellen Sportangeboten teilnehmen als Kinder aus besser gestellten Familien.
Gesundheitsfördernde Angebote sollten daher verstärkt an Regelstrukturen angebunden sein. Kita und Grundschule bieten eine einmalige Gelegenheit, Kinder in einem Alter zu erreichen, in dem sie noch sehr aufgeschlossen für Spiel und Bewegung sind. Bremen tut einiges, um Kinder wieder in Bewegung zu bringen. So wurde etwa der Bereich „Sport/Bewegung“ 2021 im Bildungsplan 0-10 Jahre ergänzt, um die Bedeutung von Bewegung für diese Altersgruppe zu betonen. Die Bremer Sportjugend, der LSB und der Bremer Turnerbund e.V. haben das Projekt „Anerkannter Bewegungskindergarten“ initiiert oder Werder Bremen und die Sportakademie gehen seit 2022 mit dem Projekt „Bremen bewegen“ finanziell unterstützt vom GKV-Bündnis für Gesundheit stadtweit in Kitas und in Grundschulen, um hier Kinder in Bewegung zu bringen. Mit diesen Programmen wird jedoch nur ein Teil der Kinder erreicht.
Ausgehend von der Landeshauptstadt Stuttgart wurde bereits 2016 mit dem „Bewegungspass“ für Kitas (und Schulen) in Baden-Württemberg eine einfach zu finanzierende Maßnahme eingeführt, um Kinder in ihrer motorischen Entwicklung spielerisch zu unterstützen.
Der Bewegungspass ermöglicht pädagogischen Fachkräften, Bewegungsförderung gezielt, spielerisch und ohne Zusatzaufwand in ihren Kita-Alltag zu integrieren. Mit ihm werden die motorischen Fertigkeiten Laufen, Springen, Balancieren, Klettern, Werfen und Fangen durch verschiedene Übungen trainiert. Voraussetzung für die Einführung des Bewegungspasses in einer Einrichtung ist, dass eine der pädagogischen Fachkräfte an einer eintägigen Zertifizierung teilnimmt. Er ist zudem mit geringem materiellem Aufwand verbunden: Kitas erhalten eine Materialtasche und können mit der Bewegungsförderung sofort starten.
Sportliche Betätigung ist nicht nur für die körperliche Fitness, sondern auch für die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern essenziell. Die Kinder erwerben grundlegende motorische Fähigkeiten. Der „Bewegungspass“ bietet Anknüpfungspunkte auch für Bremen, um Kindern in Kita Spaß und Freude an der Bewegung zu vermitteln und ihre motorischen Fähigkeiten gezielt zu stärken. Insgesamt gilt: Bewegung macht schlau!
Die Stadtbürgerschaft möge beschließen:
Die Stadtbürgerschaft fordert den Senat auf,
1. mit den Akteuren des organisierten Sports und den Kita-Trägern Gespräche zu führen und zu prüfen, wie ein „Bewegungspass“ beginnend mit Kitas mit hohem Sozialindex auch in der Stadtgemeinde Bremen eingeführt werden kann;
2. mit der GKV und weiteren möglichen Partner:innen Kontakt aufzunehmen und auszuloten, inwiefern diese die Einführung eines „Bewegungspasses“ unterstützen können;
3. zu prüfen, welche weiteren Anreize geschaffen werden können, um niedrigschwellig regelmäßige Bewegungsangebote in Kitas in der Stadtgemeinde Bremen einzuführen und pädagogischen Fachkräften im Bereich Bewegung, Spiel und Sport entsprechende Fortbildungsangebote zu machen;
4. der städtischen Deputation für Kinder und Bildung sechs Monate nach Beschlussfasssung darüber Bericht zu erstatten.
Heike Kretschmann, Katharina Kähler, Ute Reimers-Bruns, Falko Bries, Mustafa Güngör und Fraktion der SPD
Miriam Strunge, Sofia Leonidakis, Nelson Janßen und Fraktion DIE LINKE
Dr. Maike Schaefer, Dr. Emanuel Herold und Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
