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Oben-Ohne-Baden ist kein Fall für die Polizei – Tegeler fordert Reform der Badeordnung

Im Frühjahr dieses Jahres ist in Deutschland eine Debatte um das Oben-Ohne-Schwimmen für alle Geschlechter in Schwimmbädern entbrannt, weil einige Kommunen wie Göttingen ihre Badeordnungen angepasst haben. Auch in Bremen gab es zuletzt Diskussionen um das Thema und Mitte Juli eine Protestaktion im Horner Freibad, bei der sich mehrere Mitglieder des Feministischen Streikbündnis Bremen oberkörperfrei für die Gleichbehandlung aller Körper einsetzten. Die Bremer Bäder riefen daraufhin die Polizei, die die Protestaktion mit Verweis auf das Versammlungsgesetz auflöste. 

Maja Tegeler, frauen- und queerpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, teilt die Kritik an der strikten Auslegung der Badeordnung und dem darauf anschließenden Polizeieinsatz: „Die derzeitige Regelung zum Oben-Ohne-Baden in Bremen ist unzeitgemäß und sexistisch. Das einige Menschen sich oberkörperfrei in den Bädern aufhalten dürfen und andere nicht, widerspricht dem Grundsatz der Gleichbehandlung aller Geschlechter. Weibliche Körper werden durch das Verbot sexualisiert und kontrolliert. Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum man diese Regelung beibehalten oder deshalb gar die Polizei rufen sollte. Im Gegensatz wird es Zeit, sich gesellschaftlich endlich dahingehend zu entwickeln, dass alle Körper gleichwertig betrachtet und behandelt werden. In einem ersten Schritt wollen wir das in bestimmten Bädern oder zu bestimmten Uhrzeiten auch Frauen und queere Menschen oberkörperfrei baden dürfen.“

Die Abgeordnete hat sich jetzt an den Senat gewandt und erkundigt sich, wie die Bäder zukünftig mit dieser Frage umgehen wollen.

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