Verbleibstudie zeigt: Arbeitsbedingungen in den Kitas müssen sich verbessern – Politik hat Handlungsauftrag

Die heute vom Institut für Arbeit und Wirtschaft und der Arbeitnehmerkammer veröffentlichte Verbleibstudie „Motivlagen beruflicher Entscheidungen von Erzieher*innen" – im Auftrag der Senatorin für Kinder und Bildung – zeigt: Um mehr Fachkräfte im Beruf zu halten, braucht es konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation. Die Fraktion Die Linke in der Bremischem Bürgerschaft sieht die Ergebnisse als klaren Handlungsauftrag für die Politik. Konkrete Forderungen aus der Verbleibstudie sind: bessere Theorie-Praxis-Verzahnung in der Weiterbildung, mehr Wertschätzung für den Beruf, bessere Bezahlung, sowie bessere Arbeitsbedingungen durch kleinere Gruppen, eine ausgewogenere Verteilung von Kindern mit Förderbedarf und mehr Vertretungsreserven.  

Dazu Miriam Strunge, kinder- und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Bremischem Bürgerschaft: „Mehr als die Hälfte aller Erzieher*innen in Kita und Krippe arbeiten in Teilzeit, und das vor allem aufgrund der hohen psychischen und physischen Belastungen. Und mehr als zwei Drittel der Befragten empfinden die mangelnden Vertretungsreserven, die unausgewogene Verteilung von Kindern mit Förderbedarf sowie die Gruppengrößen als besonders belastend. Diese deutlichen Ergebnisse müssen für uns ein klarer politischer Auftrag sein. Wir müssen die Belastungen im Kita-Alltag reduzieren und die Arbeitsbedingungen verbessern. Nur dann können wir die Erzieher*innen auch langfristig im Beruf halten.“

Strunge weiter: „Die Befragung zeigt, dass Erzieher*innen sich sehr stark eine sinnstiftende Arbeit wünschen, die den Bedürfnissen der Kinder, die sie betreuen, gerecht wird. Vielfach stehen die Bedingungen in der Kita diesen Wünschen entgegen. Um hier Abhilfe zu schaffen, müssen wir die Gruppengrößen in Einrichtungen mit hohen Belastungen zwingend reduzieren. Das ist möglich, sobald ausreichend Kitaplätze zur Verfügung stehen. Spürbar kleinere Gruppen schaffen sichtbare Entlastung für Fachkräfte. Aber auch für Kinder und Eltern sind kleinere Gruppen ein Gewinn, da die Betreuungsqualität steigt.“

Strunge abschließend: „Auch zur Ausbildung der Erzieher*innen liefert die Studie wichtige Erkenntnisse. Zwei Drittel der Befragten sind mit der Ausbildung zufrieden bis sehr zufrieden. Das ist ein gutes Signal. Es gibt aber Kritik insbesondere hinsichtlich der Theorielastigkeit. Auszubildende wünschen sich mehr Praxisanteile. Deshalb sollte die Behörde die Theorie-Praxis-Verzahnung nochmal genauer unter die Lupe nehmen, um die Ausbildung noch attraktiver zu machen.“

Die Studie zum Download gibt es hier: https://www.iaw.uni-bremen.de/f/8ec489f3d3.pdf