13 Stunden schuften? Linke kritisiert Pläne der Bundesregierung scharf!

Heute hat die Bürgerschaft in einer Aktuellen Stunde der Fraktion Die Linke über die Pläne der Bundesregierung zur Reform des Arbeitszeitgesetzes diskutiert. Bis zu 13 Stunden Arbeit am Stück wären dann möglich. Die Fraktion Die Linke kritisiert die Pläne als Angriff auf Gesundheit und Schutz der Beschäftigten – und als Politik gegen den Willen der Mehrheit.

Olaf Zimmer, arbeitspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke, kommentiert: „Das aktuelle Vorhaben der Bundesregierung zur Deregulierung der Arbeitszeit ist ein massiver Angriff auf das Arbeitsrecht. Aus der Bundesregierung und den Vorstandsetagen der Konzerne – allen voran der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände – hören wir immer wieder denselben Ruf: Die Arbeitszeit müsse ‚flexibilisiert‘ werden. Doch hinter diesem bürokratischen Wohlfühlbegriff verbirgt sich nichts anderes als ein Eingriff in eine der wichtigsten Schutzbestimmungen des deutschen Arbeitsrechts. Konkret bedeutet das: weg vom Acht-Stunden-Tag, hin zu Arbeitstagen von bis zu 13 Stunden! Der Acht-Stunden-Tag ist kein veraltetes Relikt, sondern eine unverzichtbare Mindestgrenze. Wer ihn aufweichen will, greift eine der wichtigsten sozialen Errungenschaften der Arbeiterbewegung an.“

Zimmer kritisiert die Pläne als realitätsfern und warnt vor den gesundheitlichen Folgen längerer Arbeitszeiten: 

„Viele Beschäftigte arbeiten längst am Limit! Überstunden sind Normalität. Schichtsysteme werden dichter, Taktungen schneller, Personal wird eingespart. Gleichzeitig steigen die Krankheitszahlen – besonders durch Stress, Erschöpfung und psychische Belastungen. In Krankenhäusern, in Kitas, in der Logistik hören wir überall dasselbe: zu viel Stress, zu wenig Personal. Viele reduzieren ihre Arbeitszeit – nicht aus Luxus, sondern weil die Kraft nicht mehr reicht. Ich kenne das aus meinem eigenen Alltag als Erzieher nur zu gut. Was ist die Antwort dieser Bundesregierung auf diese Krise der Überlastung? Nicht Entlastung, nicht die Stärkung der Tarifbindung, sondern: noch längere Arbeitstage! Das ist absurd! Wer Menschen im Burnout noch länger arbeiten lassen will, erhöht nachweislich die Krankheitsquoten und senkt die Produktivität. Als Linke fordern wir stattdessen echte Entlastung: Arbeitszeitverkürzung, Vier-Tage-Woche und 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich!“