Umfrage zeigt: Mehrheit in Bremen für ticketlosen Nahverkehr!

Eine von der Linkfraktion in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage bestätigt, dass eine Mehrheit in Bremen das Konzept des ticketlosen Nahverkehrs befürwortet. 55 Prozent der Befragten wären sogar bereit, für einen deutlich besseren ÖPNV und dessen unbegrenzte Nutzung in Bremen bis zu 25 Euro monatlich zu bezahlen.

Tim Sültenfuß, mobilitätspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Bremischen Bürgerschaft, kommentiert: „Eine Mehrheit von 60 Prozent würde sich bei einem Volksentscheid für einen ticketfreien ÖPNV in Bremen entscheiden. Das sind großartige Neuigkeiten! Mehr Menschen in Bremen würden so auf den Nahverkehr umsteigen, der mit dem zusätzlichen Geld noch attraktiver für alle ausgebaut werden kann – das wäre ein großer Fortschritt im Kampf gegen die Klimakrise. “

Laut der Umfrage können sich 57 Prozent der Auto- und Motorradnutzer*innen vorstellen, bei Einführung eines ticketlosen ÖPNV weniger mit dem Auto, (E-)Roller oder Motorrad zu fahren. Eine finanzielle Beteiligung von Unternehmen am ticketfreien ÖPNV bewerten 73 Prozent der Befragten als sinnvoll. „Eine große Mehrheit der Befragten ist mit dem Angebot BSAG zufrieden, was wir als großes Lob für die Beschäftigten verstehen und unterstützen“, ergänzt Sültenfuß.

Darüber hinaus liefert die Umfrage spannende Ergebnis zum Thema Parkraumbewirtschaftung. Unabhängig vom Alter, Einkommen oder Beschäftigungsstatus stößt die Idee des Bewohnerparkens auf große Zustimmung, eine große Mehrheit hält die Erhöhung der Gebühren für einen Bewohnerparkplatz für vertretbar. 

Für einen nicht-überdachten Parkplatz in Wohnungsnähe würden 21 Prozent der befragten Auto-, Roller- oder Motorradfahrer*innen 20 bis 50 Euro monatlich zahlen, 18 Prozent 10 bis 20 Euro und elf Prozent sogar 50 bis 75 Euro. Das ist deutlich mehr, als aktuell notwendig – derzeit kostet ein Bewohnerparkausweis nur 6,25 Euro im Monat. 

Außerdem empfinden rund 60 Prozent einen Fußweg von bis zu fünf Minuten vom Parkplatz zur Wohnung als zumutbar. Eine Mehrheit würde eine Gebührenstaffelung nach Fahrzeuggröße begrüßen. „Andernorts, wie in Koblenz, ist der Bewohnerparkausweis für ein kleineres und damit weniger Parkraum beanspruchendes Auto deutlich günstiger als für ein großes Auto“, stellt Michael Glotz-Richter fest, Bremer Verkehrsexperte mit internationaler Erfahrung in dem Thema.

Sültenfuß betont: „Autos nehmen in unserer Stadt zu viel Platz ein und der Parkraum wird immer knapper. Das sieht offenbar auch die Mehrheit der Bremer*innen so! Die Preise müssen in Bremen bei der Neuordnung des Parkraums endlich auf das Niveau vieler anderer deutscher Städte angepasst werden. Die zusätzlichen Einnahmen können ebenfalls in den Ausbau des ÖPNV fließen, damit er eine attraktive Alternative zum eigenen Auto ist.“

„Parkraumbewirtschaftung schafft Entlastung im Straßenraum“, so Michael Glotz-Richter. „Bestes Beispiel ist die Stadt Wien, die 2022 stadtweit mit dem ‚Parkpickerl‘ die Bewirtschaftung des Parkraums eingeführt hat. Hierdurch wurden rund 70.000 Straßenparkplätze frei, weil Autos nun in Parkgaragen geparkt wurden und Pendler vermehrt auf den Öffentlichen Verkehr umgestiegen sind. Gleichzeitig verfügt Wien über rund 168 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen, die zweckgebunden für Mobilitätsbelange genutzt werden.“

Sültenfuß erklärt abschließend: „Der Klimawandel stellt uns vor massive Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass wir in den öffentlichen Nahverkehr investieren und allen Bremer*innen ermöglichen auf klimafreundliche Mobilität umzusteigen. Mobilität sollte für alle, unabhängig von Einkommen, Wohnort oder Lebenslage, bezahlbar und barrierefrei sein!“ 


Download der Papiere

Insa-Umfrage: HIER

Fact Sheet: ÖPNV-Umfrage: HIER

Präsentation von Dipl.-Ing. Michael Glotz-Richter: HIER