Mehrheit in Bremen befürwortet das Konzept des ticketlosen Nahverkehrs
Eine von der Linkfraktion in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage bestätigt, dass eine Mehrheit in Bremen das Konzept des ticketlosen Nahverkehrs befürwortet. 55 Prozent der Befragten wären sogar bereit, für einen deutlich besseren ÖPNV und dessen unbegrenzte Nutzung in Bremen bis zu 25 Euro monatlich zu bezahlen.
Fact Sheet: ÖPNV-Umfrage
Umfrage im Auftrag der Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft – 2026
Methodik
• Online-Befragung, gestützt auf der permanenten INSA Telefon-Befragung
• Stichprobe: 1.000 Personen aus Bremen ab 16 Jahren
• Zeitraum: 26.11.2025 bis 9.12.2025
Grundlegende Erkenntnisse
• das Auto ist mit 36 Prozent das meistgenutzte Verkehrsmittel im Alltag, gefolgt von Fahrrad/E-Scooter (24 %), ÖPNV (20 %) und Zufußgehen (19 %)
• 68 Prozent bewerten das ÖPNV-Angebot in Bremen als eher oder sehr gut, nur rund ein Viertel äußert sich kritisch
• Radwege in Bremen werden von einer deutlichen Mehrheit (62 %) als eher (47 %) oder sehr gut (15 %) bewertet, knapp drei von zehn Befragten sehen Verbesserungsbedarf
• Bremer Fußwege werden besonders positiv eingeschätzt: 82 Prozent bewerten sie als eher oder sehr gut
• in allen sozioökonomischen Schichten, also unabhängig von Einkommen, Bildungsgrad und Beruf, überwiegt die Ansicht, dass Autos in Bremen zu viel Raum einnehmen
Bewohnerparken
• insgesamt 54 Prozent der befragten Auto-, Roller- oder Motorradfahrer*innen wären bereit, deutlich höhere Bewohnerparkgebühren zu bezahlen:
21 Prozent der Befragten würden für einen nicht-überdachten Parkplatz in wohnungsnähe 20 bis 50 Euro monatlich zahlen, 18 Prozent 10 bis 20 Euro und zwölf Prozent weniger als 10 Euro. Einen höheren Betrag ab 50 Euro würden elf Prozent (50 bis 75 Euro), drei Prozent (75 bis 100 Euro) sowie ein Prozent (100 Euro oder mehr) zahlen
• eine nach Fahrzeuggröße und -gewicht gestaffelte Parkraumbewirtschaftung findet bei 56 Prozent Zustimmung, lediglich ein Drittel lehnt sie ab
• alle drei sozioökonomischen Gruppen unterstützen mehrheitlich das Modell einer gestaffelten Parkraumbewirtschaftung, wobei die Zustimmung in der Oberschicht etwas höher ausfällt
• quer durch alle Altersgruppen stößt das Konzept auf eine absolute Mehrheit, die Zustimmung steigt mit dem Alter
• für rund 60 Prozent ist ein Fußweg von bis zu fünf Minuten vom Parkplatz zur Wohnung zumutbar Ticketloser ÖPNV
• 55 Prozent der Befragten wären bereit, für einen deutlich besseren ÖPNV und dessen unbegrenzte Nutzung in Bremen eine Nahverkehrsabgabe von 25 Euro monatlich zu bezahlen – unabhängig vom sozioökonomischen Status
• knapp drei Viertel der Befragten befürworten eine Beteiligung von Unternehmen an der Finanzierung eines ticketfreien ÖPNV
• 57 Prozent der Auto- und Motorradnutzer*innen könnten sich vorstellen, bei Einführung eines ticketlosen ÖPNV weniger Auto, (E-)Roller oder Motorrad zu fahren
• eine Mehrheit von 60 Prozent würde sich bei einem Volksentscheid für einen ticketfreien ÖPNV in Bremen entscheiden – unabhängig von der sozioökonomischen Selbsteinschätzung. Lediglich 27 Prozent wären (eher) dagegen
Forderungen der Fraktion Die Linke
• Einführung eines ticketfreien ÖPNV in Bremen, finanziert durch eine Kombination aus verschiedenen Instrumenten, unter anderem eine Nahverkehrsabgabe
• Kostenbeteiligung von Unternehmen am ticketfreien ÖPNV
• Flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in den innenstadtnahen Quartieren, Ausweitung des Bewohnerparkens und Erhöhung des Preises für einen Bewohnerparkausweis auf das Niveau anderer Städte
• Staffelung der Parkraumbewirtschaftung nach Fahrzeuggröße und -gewicht
• Zweckbindung der Einnahmen aus Parkraumbewirtschaftung
• Schnelleren Ausbau des Nahverkehrs, dazu zählen eine höhere Taktung und neue Verbindungen
• Prüfen, inwiefern Parkerleichterungen wie die Handwerkerkarte auch für Pflegedienste und andere soziale Dienstleistende geschaffen werden können
Download der Papiere
Insa-Umfrage: HIER
Fact Sheet: ÖPNV-Umfrage: HIER
Präsentation von Dipl.-Ing. Michael Glotz-Richter: HIER

