LINKE fordert Ausbildungsoffensive für Lehrkräfte und Erzieher*innen

Miriam Strunge äußert sich zum neuen „Personalversorgungskonzept Schule“. Sie sieht die vorgelegten Zahlen mit großer Sorge. „Die Personalprobleme an den Schulen sind erheblich und der Markt für Fachkräfte ist leergefegt. Wenn wir nicht sofort handeln, werden wir in den kommenden Jahren weder individuelle Förderung noch den Ganztagsausbau gewährleisten können. Wir müssen dringend zusätzliche Studienplätze an der Universität Bremen schaffen.“

In einer Sondersitzung der Deputation für Kinder und Bildung wird heute das neue „Personalversorgungskonzept Schule“ vorgestellt. Auf Initiative der Linksfraktion hatten die Koalitionsfraktionen in der Bürgerschaft im Februar 2022 die Vorlage eines entsprechenden Konzepts vom Senat erbeten. Auf über 150 Seiten wird nun detailliert dargestellt, wie viel Stellen an den Schulen im Land Bremen bis zum Jahr 2030 besetzt werden müssen, um die zusätzlichen Bedarfe durch höhere Geburtenraten, Zuwanderung und zusätzlicher Ganztagsbetreuung abzudecken. Der Personalbedarf liegt bei ca. 3.150 Lehrkräften, von denen viele vom Bundesland selbst im Referendariat ausgebildet werden können. Allerdings müssen zur Umsetzung der Inklusion davon mindestens 530 bis 590 Stellen mit Sonderpädagog*innen besetzt werden. In diesem Bereich wird in Bremen bisher deutlich unterhalb des Bedarfs ausgebildet. Neben den Lehrkräften geht das Konzept auch auf die anderen pädagogischen Professionen ein. Bis zu 570 Erzieher*innen werden für die Schulen benötigt, um Doppelbesetzungen sowie Ganztagsbetreuung an Grundschulen zu ermöglichen. Hierbei handelt es sich um bisher unberücksichtigte neue Bedarfe, denen noch keinerlei Ausbildungskapazitäten gegenüberstehen.

Miriam Strunge, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, sieht die vorgelegten Zahlen mit großer Sorge: „Die Personalprobleme an den Schulen sind erheblich und der Markt für Fachkräfte ist leergefegt. Wenn wir nicht sofort handeln, werden wir in den kommenden Jahren weder individuelle Förderung noch den Ganztagsausbau gewährleisten können. Denn mit den aktuellen Ausbildungskapazitäten werden die aufgezeigten Bedarfe nicht zu stemmen sein. Wir müssen daher dringend zusätzliche Studienplätze an der Universität Bremen schaffen, insbesondere für Inklusive Pädagogik. Ins Referendariat müssen wir mindestens 30 zusätzliche Personen pro Halbjahr aufnehmen, wie im Konzept empfohlen wird.“

Strunge weiter: „Erzieher*innen sind aus Schulen heute nicht mehr wegzudenken. Der zusätzliche Bedarf von Erzieher*innen an Schulen von bis zu 570 Personen ist eine enorme Herausforderung, der sich die Politik stellen muss. Zusammen mit den erweiterten Personalbedarfen in der Kita benötigen wir insgesamt über 1.000 zusätzliche Fachkräfte noch in diesem Jahrzehnt, die bisher in keiner Planung berücksichtigt wurden. Da helfen kleine Einzelmaßnahmen nicht weiter. Wir brauchen eine Ausbildungsoffensive für Erzieher*innen, um Kitas und Schulen angemessen zu versorgen.“

Strunge lobt dabei aber ausdrücklich das Konzept der Senatorin für Kinder und Bildung: „Die Analyse der Personallage ist schonungslos und ehrlich. Während sich die Kultusministerkonferenz die Lage an den Schulen noch schönrechnet, wird hier in Bremen offen benannt, was wir brauchen. Die Politik ist nun gefordert, auch zu liefern. Wir als LINKE stehen dafür, deutlich mehr in die Ausbildung pädagogischer Fachkräfte zu investieren, um Unterricht und Betreuung an den Schulen auch bis zum Jahr 2030 sicherzustellen.“