Benachteiligte Kinder stärker unterstützen: Koalition fordert sozialen Verteilmechanismus für Bildungsmittel des Bundes

Miriam Strunge kommentiert den beschlossenen Antrag der rot-grün-roten Regierungskoalition, initiiert von der Linksfraktion, mit dem der Bund künftig soziale Kriterien wie Armutslagen und Zuwanderung bei der Vergabe von Bildungsmitteln berücksichtigen soll. „Wir brauchen eine Mittelvergabe nach sozialen Kriterien. Schließlich ist die soziale Spaltung im Schul- und Kitasystem das derzeit drängendste Problem in der Bildungspolitik.“

Der Bund soll künftig soziale Kriterien wie Armutslagen und Zuwanderung bei der Vergabe von Bildungsmitteln berücksichtigen. Einen entsprechenden Antrag der rot-grün-roten Regierungskoalition, initiiert von der Linksfraktion, hat die Bürgerschaft heute beschlossen. Demnach hat der Senat nun den Auftrag, sich auf Bundesebene für die Abkehr vom Königsteiner Schlüssel bei der Vergabe von Bundesgeldern für Bildung einzusetzen.

Miriam Strunge, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, kommentiert: „Wir brauchen eine Mittelvergabe nach sozialen Kriterien. Schließlich ist die soziale Spaltung im Schul- und Kitasystem das derzeit drängendste Problem in der Bildungspolitik. Stadtstaaten wie Bremen aber auch Berlin haben besonders mit den fatalen Folgen von Armut für die Kinder und Jugendlichen zu kämpfen. Gerade in Bremen leben besonders viele Kinder in Familien, die auf Bürgergeld und andere Unterstützungsleistungen angewiesen sind, die im Alltag finanziell kaum über die Runden kommen. Außerdem ist Bremen Heimat für viele Familien, die erst kürzlich zugewandert sind.

Leider hängt in Deutschland der Erfolg in der Schule stark vom sozioökonomischen Status des Elternhauses ab. Für die betroffenen Kinder ist der Schulalltag oft schwerer – selten bekommen sie die Unterstützung, die sie wirklich brauchen. Um diese Dynamik zu durchbrechen und allen jungen Menschen die besten Chancen auf eine erfolgreiche Bildungslaufbahn zu ermöglichen, braucht Bremen schlicht mehr Geld. Und ohne Bundeshilfen geht es nicht.

Deshalb fordern wir in der Bildung einen Verteilschlüssel für Bundesmittel, der den Anteil der Bedarfsgemeinschaften unter den Schüler*innen eines Landes berücksichtigt, ebenso wie den Anteil zugewanderter Kinder. Der Königsteiner Schlüssel tut das nicht. Es ist überfällig, dass dieses veraltete Verteilprinzip ersetzt wird. Wir freuen uns, dass wir als Koalition geschlossen für diese Forderung einstehen!“

Den Antrag „Bundesmittel für Schulen fair verteilen und Bildungsgerechtigkeit herstellen!“ der Fraktionen DIE LINKE, SPD und Bündnis 90/Die Grünen finden Sie hier.