Armutskonferenz

Armut ist keine Frage persönlicher Fehler und Unzulänglichkeiten. Armut ist keine Frage der „Überflüssigkeit“ von Menschen oder Gruppen. Armut ist kein unvermeidlicher Nebeneffekt von „Modernisierungsprozessen“. Armut ist ein Versagen der Politik. Armut ist ein gesellschaftlicher Skandal. Darüber haben wir auf der Armutskonferenz geredet.

ARMUT MACHT REICHTUM - die Armutskonferenz in Bremen am 7. Juni 2008  im Waldau Theater.

Die 208 TeilnehmerInnen der gestrigen Armutskonferenz im Waldau Theater konnten sich in der Mittagspause schon mal ein Gefühl davon machen wie es ist, wenn man von Hartz IV leben muss und sich nur ein Mittagessen nach Art des Hauses „Sarrazin“ leisten kann. Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hatte im Februar 2008 einen Speiseplan aufgestellt, mit dem er nachweisen wollte, dass Hartz-IV-EmpfängerInnen mit knapp vier Euro am Tag für Mahlzeiten auskommen können. Mit seinen Menüvorschlägen sorgte der Sozialdemokrat über die Berliner Stadtgrenzen hinweg für lauten, nachvollziehbaren Unmut. 

„Armut bedeute ja nicht nur, wenig Geld im Portemonnaie zu haben. Die Folgen seien viel weitreichender: Weniger Bildung, mangelnde Gesundheitsfürsorge, eine geringere Lebenserwartung und Probleme bei der Jobsuche“, sagte Monique Trödel, Vorsitzende der Bremer Linksfraktion. Nur einige Gründe, um gemeinsam mit VertreterInnen aus Wissenschaft und Politik, von Gewerkschaften, Sozialeinrichtungen sowie Betroffenenverbänden über Konzepte zu diskutieren, mit denen die um sich greifende Armut in Bremen bekämpft werden kann. „Uns ist klar, dass sich nur im Zusammenwirken verschiedenster Gruppen –von SozialarbeiterInnen und StadtteilplanerInnen bis hin zu Initiativen und EntscheidungsträgerInnen- etwas bewirken lässt“, ergänzt der Landesvorsitzende der Bremer LINKEN, Axel Troost.

Zu Beginn der Tagung gaben Armutsforscher Prof. Christoph Butterwegge (Universität Köln) und Gerd Wenzel (Verbandsratsvorsitzender des Paritätischen Bremen) Impulsreferate. Während Butterwegge in seinem Eingangsreferat seinen Blick darauf richtete, dass die nivellierte Mittelstandsgesellschaft, von der wir jahrzehntelang ausgegangen sind, in Parallelgesellschaften zerfällt, forderte Wenzel einen Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss sowie eine Berufsausbildung für alle. „Nur durch die Förderung von Erwerbsarbeit lasse sich Armut bekämpfen“, so Wenzel.

In den anschließenden neun verschiedenen Workshops berieten die Tagungsgäste die verschiedenen Aspekte der Armut und wie konkrete Handlungsmöglichkeiten dagegen aussehen können. Auf der Homepage www.armutskonferenz-bremen.de werden Workshop-Ergebnisse in den nächsten Tagen ausführlich präsentiert. Die Resultate der Armutskonferenz sollen zudem künftig bei der parlamentarischen Arbeit der LINKEN berücksichtigt werden.

Die Broschüre zur Armutskonferenz können Sie hier downloaden.

Workshops

Die Workshops boten die Möglichkeit, sich vertieft mit den verschiedenen Aspekten von Armut und mit konkreten Handlungsmöglichkeiten gegen Armut zu beschäftigen. In der Regel gab es ein Impulsreferat, um ins Thema einzuführen, ansonsten lag der Schwerpunkt auf der gemeinsamen Diskussion. Hier wurden möglichst konkrete Erfahrungen eingebracht und Vorschläge erarbeitet. Die Workshop-Ergebnisse wurden anschließend im Plenum kurz vorgestellt. Die Ergebnisse können Sie über die rechte Spalte einsehen.

Publikationen

Knüppel aus dem Sack für das Hartz IV-Zwangsregime und was Süßes für die Menschen!

Hier können Sie Flyer downloaden.

Armutsbroschüre:
Ergebnisse der Armutskonferenz am 7. Juni 2008: Hier können Sie die Broschüre downloaden.

Reden auf der Konferenz
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Eröffnungsrede von P. Erlanson
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Rede von Prof. Ch. Butterwegge
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Rede von Gerd Wenzel
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Vortrag zweier Schauspielerinnen

1) Eröffnungsrede von Peter Erlanson als Video und zum Nachlesen.
2) Rede von Prof. Christoph Butterwegge als Video, Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5 zum Nachlesen.
3) Rede von Gerd Wenzel
4) Vortrag zweier Schauspielerinnen auf der Armutskonferenz.