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31. Januar 2012 Vogt

Kompromiss zu offenen Ganztagsschulen lässt viele Fragen offen

Nach Ansicht der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft lässt die Liste neu geplanter offenen und gebundener Ganztagsschulen viele Fragen offen. So äußerte sich Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper in ihrer gestrigen Pressemitteilung nicht zu der Frage, ob im kommenden Schuljahr Horte geschlossen werden sollen. Ein schlüssiges Konzept fehlt nach wie vor, wie Kristina Vogt, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, erklärt:

„Es ist immer noch nicht deutlich geworden, was die offene Ganztagsschule leisten soll. Ein freiwilliges Angebot lässt einen tatsächlichen Ganztagsschulbetrieb nicht zu, da ja nur ein Teil der Schülerinnen und Schüler sich auch nachmittags in der Schule aufhält. Auch die Betreuung der angemeldeten Schüler ist nicht mit der in Horten gleichzusetzen.“ „Besonders kritisch“ sei, dass die Eltern für Mittagessen, Früh- und Spätdienste sowie für die Ferienbetreuung zukünftig zahlen sollen. Kristina Vogt: „Es ist doch absehbar, was dann passiert: Kinder von Geringverdienenden werden die Ferien häufig alleine zu Hause verbringen, weil sich die Eltern die zusätzlichen Kosten nicht leisten können!“

Auch die Kriterien, nach denen die Schüler einen Platz an einer offenen Ganztagsschule bekommen könnten, sind unklar. „Haben nur die Kinder von Erwerbstätigen ein Anrecht auf einen Platz in der offenen Ganztagsschule, oder auch die Kinder von Arbeitssuchenden? Die Erfahrungen, die mit der Grundschule Admiralstraße gemacht wurden, zeigen, dass die Nachfrage erheblich größer ist als das Angebot. Mangels Räumlichkeiten und einer vernünftigen Mensa können dort aber nicht mehr Kinder betreut werden. Und der Umbau weiterer Schulen würde wiederum Geld kosten, das laut Senatorin Jürgens-Pieper offenbar nur für den Umbau der zusätzlichen gebundenen Ganztagsschulen vorgesehen ist.“ Weiter fragt Vogt: „Werden jetzt Horte geschlossen? Falls ja, ist eine Unterversorgung bereits absehbar. Schon im vergangenen Schuljahr fehlten 600 Hortplätze. Für das kommende Schuljahr wird mit zusätzlichen 200 Karenzkindern gerechnet, die beschult werden müssen. Ich bin gespannt, ob diese Fragen in der Bildungsdeputation am 9. Februar beantwortet werden.“

Klärungsbedarf gibt es zudem zu den Standortentscheidungen. „Die Grundschulen Am Pastorenweg und Halmerweg haben ihre Anträge auf Einrichtung einer offenen Ganztagsschule zwar zurückgezogen. Nichtsdestotrotz legen die Sozialindikatoren sogar die Einrichtung einer gebundenen Ganztagsschule nahe. Ich möchte schon wissen, wie es in Gröpelingen perspektivisch weitergeht, denn die Bildungsbenachteiligung Gröpelinger Schülerinnen und Schüler ist nach wie vor ein riesiges Problem“, so Vogt abschließend.