Zur frauenpolitischen Konferenz der Fraktion DIE LINKE kamen am vergangenen Samstag (28. August 2010) rund 50 Gäste im Bremer DGB-Haus zusammen. Nach der Begrüßung durch Peter Erlanson und der einleitenden Rede von Monique Troedel, Fraktionsvorsitzende, kam die „Hausherrin“ Annette Düring, Vorsitzende des DGB Bremen, mit einem politischen Grußwort zu Wort, das sich insbesondere gegen das lohndiskriminierende Modell der Minijobs aussprach.
Anschließend setzten sich die Teilnehmerinnen in vier Arbeitsgruppen mit ihren Anforderungen an ein geschlechtergerechtes, ganzheitliches Frauenleben auseinander. Der Workshop zum Thema der frauenspezifischen Weiterbildung nahm sich den Handlungsbedarfen in der Erwachsenenbildung an: Als konkrete Ansprüche wurden mehr öffentliche Zuschüsse sowie eine größere Methodenvielfalt bei der Vermittlung von Inhalten festgehalten. Die Gruppe ‚Erwerbsarbeit und Arbeitszeitverkürzung‘ forderte mehr frauenpolitischen Druck hin zu einer demokratischeren Verteilung von Zeit bzw. Familien- und Erwerbsarbeit. Als ‚strukturelles Dauerproblem‘ wurde thematisiert, dass die ungleiche Verteilung von Zeit es Frauen seit jeher erschwert, sich politisch für die eigenen Rechte einzusetzen. Die dritte Arbeitsgruppe bereitete die Organisation eines FrauenKulturFestes vor. Dieses soll voraussichtlich an einem Wochenende im November stattfinden. Im Workshop zu Wohn- und Lebenskonzepten von Frauen wurde ein Film über das Bremer Beginenhof-Projekt gezeigt. Zu den in diesem Workshop erarbeiteten Forderungen gehörte u.a. der Rechtsanspruch für Alleinerziehende auf 70 qm Wohnraum statt wie bisher 60 qm.
Mit einem engagierten Vortrag über unzulässige Benachteiligungen von Frauen in Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben schloss Dr. Gesine Lötzsch, Parteivorsitzende der LINKEN, die frauenpolitische Konferenz ab. Ihr Fazit: „Die Teilhabe von Frauen an der Demokratie ist ein Gradmesser für die Reife einer Demokratie. In den letzten zehn Jahren wurden Frauen verstärkt aus demokratischen Prozessen heraus gedrängt. Dabei geht es mir nicht in erster Linie um die Teilnahme an Wahlen oder die Möglichkeiten, in Parteien und Gewerkschaften mitzuwirken. Es geht um die Verteilung von Arbeit und Reichtum! Die Zahl der prekär Beschäftigten nimmt dramatisch zu. Das hat direkte Auswirkungen auf unsere Demokratie: Prekäre Beschäftigung heißt auch prekäre Mitbestimmung!“
Monique Troedel, die die Konferenz initiiert und konzipiert hatte, dankte allen Gästen und MitarbeiterInnen für Ihre Teilnahme und Unterstützung. Vielfältige Ergebnisse der Konferenz wird es in Form von weiteren Abendveranstaltungen, parlamentarischen Anträgen, dem FrauenKulturFest im Spätherbst sowie der weiteren Netzwerkpflege und verstärkten Zusammenarbeit in Bündnissen geben.