Zurück zur Startseite
19. Juli 2010

Autoterminal sucht händeringend Personal: Massenentlassung von Hafenbeschäftigten war auf ganzer Linie falsch

Zum akuten Personalmangel auf dem Autoterminal in Bremerhaven erklärt Walter Müller, wirtschafts- und hafenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft:

"Das haben sich die Geschäftsführungen von BLG und GHB leider selbst eingebrockt. Schon zu tiefsten Krisenzeiten war abzusehen, dass die Konjunktur wieder anzieht und die Hafenbetriebe dann ohne genügend Personalbestände nicht werden mitziehen können. Jetzt ist genau dieses Szenario eingetreten. Bleibt zu hoffen, dass die Entscheidungsträger zu den richtigen Schlüssen kommen. Mein Vorschlag: Die BLG- und GHB-Leitung sollen die selbstverschuldeten Umsatzeinbußen ernsthaft durchkalkulieren – dazu gehört selbstredend auch der nachhaltige Imageschaden, der gerade entsteht. Vielleicht kapieren die Herren dann, dass der Hafen ohne einen ausreichenden Stamm an qualifizierten Mitarbeitern nicht konkurrenzfähig ist. Insbesondere die Strategie von BLG-Chef Detthold Aden, die Kostenführerschaft in der gesamten Branche anzustreben, ist komplett nach hinten losgegangen.“ 

In der jetzigen Situation sollte Müller zufolge kein Weg daran vorbeigehen, entlassene Facharbeiter bevorzugt anzuheuern und sich bei Verhandlungen auf die Arbeitnehmerseite zuzubewegen. Nachhaltig könne der entstandene Flurschaden laut Müller nur repariert werden, „wenn die ausgedünnten Belegschaften wieder aufgebaut werden: durch vertragliche, tarifgebundene Wiedereinstellungen der unnötig gekündigten Leute und die Schaffung zukunftsfähiger Personalpools bei GHB und BLG. Bremerhaven hat als Hafenstandort einen soliden Ruf zu verteidigen. An unserer bisherigen Verlässlichkeit gilt es festzuhalten, sonst werden wir auf dem Markt zerrieben.“