„Der Senat hat aus den Protesten des letzten Jahres gelernt“, kommentiert Jost Beilken, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, die Anwahlzahlen zu den weiterführenden Schulen für das Schuljahr 2011/12. „Im letzten Jahr wurden stadtweit nur genau so viele Plätze vorgehalten wie Anmeldungen erwartet wurden – damit waren regionale Engpässe vorprogrammiert. Dass diesmal von vorneherein mehr Plätze zur Verfügung gestellt wurden, ist ein Fortschritt und ein Erfolg für alle Eltern und Kinder.“ Beilken wertet auch positiv, dass die Anwahlzahlen diesmal bereits vor der ‚Beratungs-Phase‘ für diejenigen, deren Schulanwahlen nicht entsprochen werden konnte, veröffentlicht werden. „Wir freuen uns auch, dass die Oberschulen generell sehr gut angewählt werden.“
„Die höheren Kapazitäten sind allerdings mit provisorischen Zusatzklassen und größeren Klassen erkauft. Das ist keine befriedigende Lösung“, so Beilken weiter. Wie der Senat in der Antwort auf eine Große Anfrage der LINKEN zu ‚Bedarf an zusätzlichen Schulen im Stadtgebiet‘ einräumte, bestehen derzeit an 10 Oberschulen insgesamt 11 zusätzliche Klassen, für die eigentlich kein Platz da ist. „Dadurch fehlen notwendige Differenzierungs- und Fachräume. Solche provisorischen Lösungen können den Bedarf nicht decken. Es müssen zusätzliche Schulen begründet werden, mindestens je eine im Westen und in der Neustadt.“
Auffällig ist auch, dass die Klassengrößen angehoben worden sind. Die höchste Klassenstärke an Oberschulen, 25 Schülerinnen und Schüler, war 2010 noch für 20 Klassen vorgesehen – jetzt sind es 33 Klassen, die mit 25 Schülerinnen und Schülern unterrichten müssen. Beilken. „Für das Gelingen der Inklusion und des Oberschul-Konzepts sind mehr Personal und kleinere Klassen unerlässlich.“