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7. März 2011 Fraktion

Inklusions-Gutachten: Bildungsbehörde muss Transparenz schaffen!

„Die Bildungsbehörde darf die Inklusion nicht bremsen, sondern muss sie unterstützen. Der Unmut der Eltern über das derzeitige ‚Nachdiagnostizieren’ ist ernst zu nehmen und erfordert, dass das Ressort dringend Transparenz schafft.“ Jost Beilken, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, fordert die Senatorin für Bildung auf, hier auf der nächsten Sitzung der Bildungsdeputation „Zahlen und Verfahren“ offen zu legen.

Bei der diesjährigen Schulanwahl für die fünften Klassen haben sich die Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf nur noch in 19 von 197 Fällen für die Förderschulen entschieden, 178 wollen die gemeinsame Unterrichtung an den Oberschulen. Das sind über 90 Prozent. Das Bildungsressort hatte allerdings bereits vorab entschieden, dass nur für maximal 74 Prozent der Kinder mit besonderem Förderbedarf eine gemeinsame Unterrichtung möglich sein soll – das wären 30 Kinder weniger. Mehrere Elternvertretungen und die GEW haben indes kritisiert, dass die Bildungsbehörde in vielen Fällen die Anerkennung eines individuellen Förderbedarfs verweigere, indem die Schulaufsicht bereits gebilligte Fördergutachten nachträglich nicht anerkennt.

Beilken: „Wenn besondere Förderbedarfe festgestellt werden, habe ich bisher keinen Grund, an der Richtigkeit dieser Ergebnisse zu zweifeln. Hier einfach behördenseitig auf irgendeinen Wert ‚herunter-diagnostizieren‘, der zu den Planungszahlen passt, ist keine Lösung. Im Gegenteil, wir brauchen mehr Personal in den Förderklassen wie überhaupt an den Schulen. In der Schüler-Lehrer-Relation liegt Bremen deutlich hinter Hamburg und Berlin zurück – an den integrierten Schulen mit 14,2 gegenüber Hamburg mit 13,6 und Berlin mit 12,4. Um in der Bremer Bildung die Defizite auszugleichen, brauchen wir ganz klar mehr und nicht weniger pädagogisches Personal als vergleichbare Großstädte an unseren Schulen.“