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20. Dezember 2011 Bernhard, PUA KK

Stauch-Bericht listet Vielzahl von Fehlern auf

Staatsrats Prof. Stauch zum Keim-Ausbruch am Klinikum Bremen-Mitte erklärt: „Der Stauch-Bericht listet eine Vielzahl von Fehlern auf, die im Zusammenhang mit dem Keim-Ausbruch am Klinikum Mitte begangen worden sind – einige davon bekannt, andere neu“, kommentiert Claudia Bernhard, Mitglied für die Fraktion DIE LINKE. im Untersuchungsausschuss ‚Krankenhaus-Keime‘ und in der Gesundheitsdeputation. „Die Meldung der Klinik an das Gesundheitsamt erging zu spät. Die Dokumentation der Infektionen war unzureichend und unvollständig. Der Hygieneplan des KBM entsprach nicht der Rechtslage. Die Obduktionspflicht wurde teilweise nicht eingehalten. Die Meldung des Gesundheitsamts an das Ressort erging zu spät. Die senatorische Behörde hat es versäumt eindeutig festzulegen, welches die nach dem Infektionsschutzgesetz zuständige Landesbehörde ist. Die Anzahl der Hygienefachkräfte war zu niedrig. Der empfohlene Pflegeschlüssel wurde nicht eingehalten. Die senatorische Behörde hat sich nicht darum gekümmert, zum Infektionsschutz, zu hygienischen Mindeststandards, zur Beschäftigung von Hygienefachpersonal und zur Einsetzung einer Hygienekommission Rechtsverordnungen zu erlassen. Kurzum: Das System der öffentlichen Gesundheitsversorgung hat sich im Bereich der Krankenhausinfektionen bei Frühgeborenen als multimorbid erwiesen.“

Mit dem Bericht wird auch die Auffassung widerlegt, eine Meldepflicht für ESBL-bildende Klebsiella-Keime bestehe gar nicht oder sei reine Ermessenssache. Bernhard: „Erschütternd ist dabei, dass insbesondere die MitarbeiterInnen des Klinikum gar nicht über ihre Meldepflichten aufgeklärt wurden bzw. dass diese im Hygieneplan teilweise verschleiert wurden. Wenn der Senat nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit, die er den betriebswirtschaftlichen Zahlen des KBM widmete, dem Infektionsschutz hätte zukommen lassen, wäre eine solche Fehlsteuerung nicht möglich gewesen.“

Fehlerhaft ist die Behauptung des Berichts, das RKI gehe davon aus, dass die personelle Unterausstattung nicht für den Keimausbruch ursächlich gewesen sei, so Bernhard. „Der RKI-Bericht sagt lediglich, dass die personelle Situation an den Tagen vor einer Infektion auch nicht schlechter war als sonst. Wenn man immer mit 250 km auf der Autobahn fährt und dann einen Unfall baut, dann war die Geschwindigkeit am Tag des Unfalls auch nicht höher als an den anderen Tagen. Daraus abzuleiten, überhöhte Geschwindigkeit hätte mit Unfällen nichts zu tun, wäre mehr als fahrlässig. Diese Scheinlogik wird auch dadurch nicht wahrer, dass sie vom Ressort beständig wiederholt wird.“