Zurück zur Startseite
22. Dezember 2011 Bernhard

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit erst recht bei Leiharbeit

„Die Ankündigung des Senats, die Zahlung von Investitionsfördermitteln in Zukunft von einer Quote für Leiharbeiter in den Unternehmen abhängig zu machen, ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, um den Wildwuchs der Leiharbeit in Bremen Grenzen zu setzen und zu verhindern, dass weitere Stammarbeitsplätze in Leiharbeitsplätze umgewandelt werden“, sagt Claudia Bernhard, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft. „Allerdings“, so Bernhard weiter, „sollten mit dieser Obergrenze auch entsprechende Bedingungen verknüpft sein. Damit nämlich durch Leiharbeit der Niedriglohnsektor nicht noch weiter ausgebaut wird, sollte von Beginn an der Grundsatz ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘ gelten: Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter müssen ab dem ersten Einsatztag den gleichen Lohn erhalten, ohne dass ein Tarifvertrag schlechtere Bedingungen vorsieht. Ebenso muss die Höchstdauer der Überlassung begrenzt werden.“

„Im Gegensatz zu Wirtschaftssenator Martin Günthner halten wir Leiharbeit grundsätzlich für kein geeignetes Arbeitsmarktinstrument, um die dramatische Situation mit 35.659 Erwerbslosen im Land Bremen in den Griff zu bekommen“, so Claudia Bernhard. Tatsächlich sind in den letzten Jahren eine Vielzahl regulärer Beschäftigungsverhältnisse durch prekäre wie die der Leiharbeit verdrängt worden. So ist mittlerweile jeder dritte seit 2009 neu geschaffene Arbeitsplatz in Bremen ein Leiharbeitsplatz, der in der Regel in keine feste Beschäftigungsverhältnis führt, wie eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung belegt. Hiernach wird nur jeder sechste Leiharbeiter von den Entleihbetrieben übernommen.

„Mit rund 12.000 Beschäftigten in der Leiharbeitsbranche ist Bremen nicht nur eine Hochburg der Leiharbeit, sondern hat mit einem Anteil von 4,1 Prozent der Beschäftigten die höchste Leiharbeitnehmerquote unter allen Bundesländern überhaupt. Damit muss endlich Schluss sein“, fordert Claudia Bernhard.