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15. Februar 2019

Personalmangel wird zur KiTa-Ausbaubremse

Mit einem Appell hat sich der Vorstand der ZentralElternVertretung (ZEV) heute an den Senat und die Bürgerschaftsfraktionen gewandt und sie aufgefordert, kurzfristig die frühkindliche Bildung im Land Bremen zu verbessern: „Wir beobachten mit Besorgnis die prekäre Situation im Bereich der frühkindlichen Bildung und der Nachmittagsbetreuung von Grundschülern. Es gibt zu wenige Plätze für Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder; der Ausbau von Kindergartenplätzen kommt zu langsam voran, um allen Eltern eine passende Betreuung für ihre Kinder anbieten zu können.“

Die Fraktion DIE LINKE hat die beschriebenen Probleme aufgegriffen und im Unterausschuss Frühkindliche Bildung der Deputation für Kinder und Bildung einen Antrag eingereicht mit dem Ziel, den akuten Mangel an Kinderbetreuungsplätzen und Fachkräften entgegen zu wirken. Konkret sollen Tagespflegepersonen mit einer 380-Stunden-Schulung ausgebildet und bei der Stadtgemeinde Bremen oder über PiB befristet und tariflich angestellt sowie weitergebildet werden.

„Mittel- und langfristige Maßnahmen reichen bei Weitem nicht aus, um den akuten Kita-Platzmangel zu beheben. Aktuell fehlen mindestens 562 Kita-Plätze. Und es zeichnet sich ab, dass sich diese dramatische Unterversorgung auch im kommenden Kita-Jahr fortsetzen wird. Wir erkennen nicht, dass der Senat hier kurzfristig tätig wird, um für alle Eltern und Kinder den Rechtsanspruch umzusetzen. Stattdessen könnten demnächst Kinder in die Grundschule kommen, die nie eine Kita besucht haben. Wir fordern den Senat daher auf, Akutmaßnahmen zu ergreifen und Kindertagespflegepersonen auszubilden, anzustellen und verbindlich weiterzubilden“, so die kinderpolitische Sprecherin der LINKEN in der Bremischen Bürgerschaft, Sofia Leonidakis.

"Neben der Herausforderung, ausreichend geeignete Gebäude und Flächen für den KiTa-Ausbau bereitzustellen, ist der Personalmangel inzwischen zu einer echten Ausbaubremse geworden. Mehrere bereits fertig gestellte Gruppen können nicht eröffnen, weil das Personal fehlt, und weitere Ausbauvorhaben stehen unter dem Vorbehalt, das dafür nötige Personal zu finden. Wir haben frühzeitig auf diese Problematik hingewiesen und Vorschläge gemacht, dem entgegen zu wirken. Der Senat hat viel zu spät gehandelt, so dass richtige Maßnahmen wie die praxisintegrierte Ausbildung zu spät greifen. Deshalb sind Akutmaßnahmen vor den Hintergrund von Notdiensten und Hunderten unversorgten Kinder unumgänglich. Wir fordern den Senat auf, die Notrufe der Eltern, Träger und Beschäftigten ernst zu nehmen und jetzt zu handeln“, stellt die Abgeordnete fest.


Parlamentarische Initiativen zum KiTa-Personal:
Große Anfrage:
www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2017-06-07_Drs-19-1091_54421.pdf).
Senatsantwort:
www.bremische-buergerschaft.de/dokumente/wp19/land/protokoll/P19L0045.pdf (ab Seite 3410)
Antrag (2018):
www.bremischebuergerschaft.de/dokumente/wp19/stadt/drucksache/D19S0796.pdf

Antrag (NEU - 2019): www.linksfraktion-bremen.de/nc/buergerschaft/antraege/detail/zurueck/antraege-neu/artikel/rechtsanspruch-auf-kinderbetreuung-erfuellen-tariflich-verguetetet-kindertagespflegeplaetze-anbi/