Zurück zur Startseite
18. November 2011 Vogt

Provisorien und Container sind keine Lösung – LINKE beantragt Aussetzung der Kapazitätsfestlegung für die 5. Klassen

„Container an der Wilhelm-Kaisen-Oberschule, ‚Mobilbauklassen‘ an der Oberschule Roter Sand, eine siebte Klasse am Gymnasium Obervieland und sieben Klassen in zwei Schulen, von denen noch kein Stein steht (Codenamen ‚OS Ohlenhof‘/‚OS Blumenthal‘): So kann die Planung für die Schulanwahl 2012 nicht bleiben“, kommentiert Kristina Vogt, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, die Kapazitätsplanung des Bildungsressorts für die fünften Klassen. „Die Standortfindung für die neue Oberschule Ohlenhof ist in Gröpelingen ausgesprochen umstritten. In Obervieland hat der Beirat die siebte Klasse am Gymnasium Obervieland schon für dieses Schuljahr abgelehnt. In Findorff gibt es erhebliche Bedenken gegen die Einschränkung der OS Findorff auf fünf Klassenzüge, weil damit die Kapazität im Stadtteil nicht für eine wohnortnahe Beschulung ausreicht. DIE LINKE wird deshalb in der heutigen Deputationssitzung beantragen, die entsprechenden Tagesordnungspunkte auszusetzen und mit den betroffenen Schulen und Beiräten ernsthaft und auf Augenhöhe nachzuklären.“

Merkwürdigkeiten weist auch die Vorlage für die Kapazitätsplanung der Grundschulen auf. Die Zahl der Schulplätze in den ersten Klassen wird um 214 erhöht – vor allem mit der Begründung, es werde mit einer ‚vermehrten Einschulung von Karenzzeitkindern‘ gerechnet, also von Kindern, die noch nicht schulpflichtig sind, aber schon eingeschult werden können. Vogt: „Da wollen wir schon wissen: Ist das ein neuer Trend bei den Eltern? Oder wird die Einschulung von Karenzkindern gezielt gefördert, um in den Kitas Platz zu machen, weil der Aufbau der Kita-Plätze nicht schnell genug vorankommt?“

Grundsätzlich sei es gut, dass sowohl an den Grundschulen als auch an den weiterführenden Schulen deutlich mehr Plätze vorgehalten werden, als Schülerinnen und Schüler erwartet werden. „Das war der große Fehler der Schulanwahl 2010: eine Planung zu machen, die von einer hundertprozentigen Auslastung ausgeht. Denn dann ist es unvermeidlich, dass Kinder quer durch die Stadt geschickt werden, weil es in Wohnortnähe keinen freien Schulplatz mehr gibt. Wir wollen aber, dass diese Planung auch durch solide und dauerhafte bauliche Lösungen untersetzt wird. ‚Übergangslösungen‘ haben wir schon viel zu lange. Die Kinder müssen endlich raus aus den Containern.“