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14. Dezember 2011 Tuncel

Weder verlässlich noch ganztags: Geplante Hort-Schließungen zeigen Planlosigkeit des Senats

Zu den Angaben der Sozialsenatorin vom letzten Montag, dass für die Unter-Dreijährigen 1.234 neue Betreuungsplätze geplant seien, um dann – einschließlich der vorhandenen Plätze – zu Beginn des Kita-Jahrs 2012/13 insgesamt 4.750 Plätze vorhalten zu können, erklärt Cindi Tuncel, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE: „Wenn die Sozialsenatorin noch im August von aktuell ‚mehr als 2.700 Plätzen für Kinder unter 3 Jahren‘ gesprochen hat, und sie jetzt offenbar von etwa 3.500 bestehenden Krippenplätzen ausgeht, frage ich mich: Wie wird im Ressort eigentlich gerechnet? Und wer soll noch glauben, dass der erforderliche Kita-Ausbau ernsthaft angegangen wird statt über Zahlenspiele?“ Zudem sollen 865 der 1.234 neuen Krippenplätze ‚nicht wirklich‘ neu geschaffen, sondern auf die Kindergartengruppen umgeschichtet werden, indem auch zweieinhalbjährige Kinder dort aufgenommen werden. Tuncel: „Somit umgeht das Ressort die Neueinrichtung von Krippengruppen bei über 70 Prozent des U-3-Ausbaus.“ Die zusätzlichen Betreuungsbedarfe der dann jüngeren Kindergartengruppen will der Senat durch Aufstockung des Personalschlüssels um 0,25 Stellen pro Gruppe erreichen.

„Für die Erzieherinnen, die schon jetzt oft mit 20 Kindern alleine sind, müssen die Pläne der helle Wahnsinn sein. Die Arbeitsbelastung für die Beschäftigten steigt empfindlich. Auch angesichts des Personalmangels ist das ein fataler Schritt.“ Tuncel weiter: „Um den Rechtanspruch bis 2013 zu realisieren, wird jetzt auf den Trick zurückgegriffen, die Kitas von oben her leerzuziehen, also ältere Kinder schon mal in den Grundschulen unterzubringen. Dass das Vorhaben, 17 Hortgruppen (Ressort Soziales) in Grundschulen (Bildungsressort) anzusiedeln, jetzt ‚versehentlich‘ an Eltern und Beschäftigte gelangte, drei Wochen vor Beginn der Anmeldefrist, wirft wiederum ein schlechtes Licht auf die Informations- und Beteiligungsformen des Senats.“ 

Kristina Vogt, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, kommentiert: „Noch im November hieß es in einer Vorlage des Bildungsressorts, dass Hortplätze nicht mehr über soziale Träger  aufgestockt würden. Von Hortschließungen war nicht die Rede. Bislang gibt es noch überhaupt keine Beschlusslage, welche und wie viele Grundschulen zum Schuljahr 2012/13 offene Ganztagsgrundschulen werden. Bislang ist auch nicht geklärt, ob diese ein den Horten vergleichbares Angebot darstellen werden. Offene Ganztagsgrundschule kann auch heißen: An drei Tagen Betreuungsangebote bis 16 Uhr, Montag und Freitag ist mittags Schluss, in den Ferien ist die Schule zu. Berufstätigen Eltern kann das nicht zugemutet werden – das ist weder verlässlich noch ganztags. Wir wollen auch nicht, dass der Ganztagsschul-Ausbau wieder durch die Ausweitung des ‚grauen Arbeitsmarkts‘ erfolgt, wo kein zusätzliches Personal eingestellt wird, sondern die Betreuung über Honorarverträge oder Vereine erfolgt.“