Anlässlich der heute Nachmittag auf dem Marktplatz stattfindenden Aktion unter dem Motto ‚Kinderbetreuung ist kein Ehrenamt‘ erklärt Cindi Tuncel, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft:
„Die Initiative vieler Eltern, mangels wohnortnaher öffentlicher Kita-Plätze eigene Krabbelgruppen ins Leben zu rufen, ist mit Geld nicht aufzuwiegen: Oft sind die selbstorganisierten Kitas mit ihren kleinen Gruppengrößen und der vertrauensvollen Atmosphäre ein vorbildliches Modell zeitgemäßer Unter-Dreijährigen-Betreuung. Die Kehrseite: Das Sozialressort scheint sich zu freuen, dass das so gut klappt und hält die Kindergruppen finanziell auf Sparflamme. Böse Falle.“
Der besondere Einsatz aktiver Eltern dürfe nicht zur Folge haben, dass sich die Sozialbehörde zunehmend aus ihrer öffentlichen Verantwortung stiehlt, so Tuncel weiter. „Die Verehrenamtlichung im Kita-Bereich zulasten engagierter Elternteile und unterbezahlter Angestellter ist auch angesichts des Betreuungsplatzmangels in Bremen überhaupt nicht vertretbar. Die Finanzierungsquote der Bremer Kindergruppen muss mindestens auf das Niveau der Förderung öffentlicher und freier Kita-Träger angehoben werden. Mit dem Versprechen, den Kita-Ausbau massiv vorantreiben zu wollen, steht das Sozialressort auch bei den aus notwendiger Eigeninitiative geborenen U-3-Angeboten in der Pflicht.“