„Der Untersuchungsausschuss zum Hygieneskandal ist kaum ins Leben gerufen, da mehren sich die Hinweise auf unerträgliche Personalengpässe, dass es nur so kracht“, kommentiert Peter Erlanson, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, die Berichterstattung des Weser-Kurier vom Wochenende. Laut einem Brief leitender Klinikkräfte seien gegenüber der GeNo-Geschäftsführung wiederholt Forderungen nach mehr Fachpersonal gestellt worden. Die Aufnahmekapazität der Neonatologie sei durch Weisung von oben um ein Drittel, von 12 auf 16 Betten, angehoben worden, ohne dass diese Maßnahme durch entsprechende Personalaufstockungen flankiert worden wäre.
Peter Erlanson: „Nach den letzten Informationen über dringliche Personalanfragen und Überlastungsanzeigen besteht wenig Zweifel, dass die GeNo-Geschäftsführung fundamental versagt und wider besseres Wissen fahrlässig gehandelt hat. Wenn sich durch den Bericht des Robert-Koch-Instituts und im Untersuchungsausschuss bestätigen sollte, dass GeNo-Chef Hansen trotz qualifizierter Beschwerden weiter auf Personalverknappung gesetzt hat, ist er in seiner Position nicht länger haltbar.“
Damit hören die Fragen für die Fraktion DIE LINKE aber nicht auf. Claudia Bernhard, Mitglied der Linksfraktion im Untersuchungsausschuss ‚Krankenhaus-Keime‘: „Seit dem Senatsbeschluss zum Sanierungskonzept vom November 2008 haben die anderen Fraktionen immer nur danach gefragt, ob die finanziellen Vorgaben des Sanierungskonzepts und die Margen des Personalabbaus auch eingehalten werden. Offenbar hat aber niemand die GeNo und die Geschäftsführung des Klinikums Mitte gefragt, welche Engpässe in der gesundheitlichen Versorgung dadurch auftreten. Es wurden Gutachten eingeholt zu den finanziellen und rechtlichen Voraussetzungen des Sanierungskurses, aber keine zu den medizinischen. Deshalb stellt sich auch die Frage: Wer von den politisch Verantwortlichen hat Personalengpässe und ihre möglichen Folgen auf die leichte Schulter genommen? Oder sind die entscheidenden Fachpersonen, wie etwa Chefärzte und andere Führungskräfte, vorsorglich gar nicht nach ihrer Folgeneinschätzung gefragt worden?“