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2. November 2011 Bernhard

Stillstand auf dem Arbeitsmarkt: Arbeitslosigkeit weiterhin über dem Vorkrisenstand

„Bremen und Bremerhaven sind durch die Krise auf eine höhere Sockelarbeitslosigkeit gerutscht. Und mit der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik kommen wir davon auch nicht herunter“, kommentiert Claudia Bernhard, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, die Arbeitsmarktzahlen für Oktober 2011. 

„Man kann es sich natürlich leicht machen und die aktuellen Werte mit den Werten von 2010 und 2009 vergleichen, als das Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft die Arbeitslosigkeit sprunghaft in die Höhe trieb. Entscheidender ist jedoch, dass die landesweite Arbeitslosigkeit im Oktober 2008, vor dem Durchschlagen der Finanzkrise, deutlich niedriger lag als heute.“  Mit 36.014 Erwerbslosen hat die Arbeitslosigkeit im Land Bremen gegenüber dem Vormonat (36.022) minimal abgenommen. Im Oktober 2010 lag sie bei 37.891 Erwerbslosen, im Oktober 2009 bei 38.649 Erwerbslosen, im Oktober 2008 bei 34.537 Erwerbslosen.

"Die Folgen der Krise für den Arbeitsmarkt werden weiterhin nicht aufgeholt“, so Bernhard. „Gleichzeitig verstärkt sich die Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl der erwerbslosen Männer deutlich weniger geworden, bei den Frauen fällt dieser Effekt sehr viel bescheidener aus, und bei den Erwerbslosen ab 50 Jahren nimmt die Erwerbslosenzahl überhaupt nicht ab. Ausländische Erwerbslose profitieren ebenfalls nicht vom Sinken der Arbeitslosigkeit. Und prekär Beschäftigte, die zusätzlich zu ihrer Erwerbstätigkeit Arbeitslosengeld beziehen müssen, weil sie zu schlecht bezahlt sind, tauchen in der Arbeitslosenstatistik gar nicht auf.“ 

Die Schlussfolgerung laut Bernhard: „Bremen muss dringend in die Bildungspolitik, in mehr Ausbildungsplätze, in die aktive Arbeitsmarktpolitik und in die Klein- und Mittelbetriebe investieren. Eine gestiegene Zahl an Arbeitsplätzen führt deswegen nicht zu einem entsprechenden Sinken der Arbeitslosigkeit, weil die Erwerbslosen weiterhin leer ausgehen. Sich über die Konjunktur zu freuen, bringt wenig, wenn dieses Grundproblem nicht endlich durch eine beschäftigungsfördernde, sozial ausgleichende Wirtschaftspolitik angegangen wird.“