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2. November 2011 Tuncel

LINKE beantragt: Standards in der Kinderbetreuung halten!

Wie letzte Woche bekannt wurde, ist der städtische Eigenbetrieb Kita Bremen seitens der Sozialbehörde aufgefordert worden, bis zum Jahresende 910.000 Euro einzusparen. Um diese unerwartete Auflage zu erfüllen, ist die Geschäftsführung von Kita Bremen gezwungen, an der Qualität des Essens zu sparen, die Kindergärten einen zusätzlichen Arbeitstag zu schließen und die Rücklagen anzugreifen, aus denen bislang die Mittel für eine persönliche Begleitung von Kindern bezahlt werden konnte. DIE LINKE hat gestern einen Antrag eingereicht, wonach die Kürzungsaufforderung wieder zurückgenommen werden soll.

„In seinem Kürzungswahn scheint der Senat seine eigene Arbeitsgrundlage vergessen zu haben“, so Cindi Tuncel, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft. Im gerade einmal vor vier Monaten abgeschlossenen Koalitionsvertrag verpflichten sich SPD und Grüne der ‚schrittweisen quantitativen und qualitativen Ausweitung der Kinderbetreuung zur Förderung der individuellen Entwicklung der Kinder, der sozialen Integration der Kinder und der Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie‘.

"Was gerade geschieht, bezeugt das genaue Gegenteil: Es gibt qualitative Verschlechterungen durch eine Absenkung der Essenskosten in den Kitas. Das trifft besonders die Kinder aus sozio-ökonomisch benachteiligten Familien und verstärkt daher gesellschaftliche Ungleichheiten. Außerdem führt die Kürzung zu quantitativen Verschlechterungen durch weitere Schließtage. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird so zusätzlich erschwert, was geschlechterspezifische Benachteiligungen zementiert. Diese Negativfolgen kann der Senat nicht in Kauf nehmen wollen“, so Tuncel weiter.

Angesichts der gestiegenen Einnahmen der öffentlichen Hand um rund 200 Mio. Euro sowie der Minderausgaben von 130 Mio. Euro ist die Kita-Kürzung des Senats nicht nur sozial ungerecht, sondern entbehrt auch jeder sachlichen Begründung.