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3. November 2011 Erlanson, Bernhard, PUA KK

Klinik-Skandal: LINKE fordert gewissenhaftes Krisenmanagement

Die erst gestern ans Tageslicht gekommenen Umstände von drei Todesfällen bei frühgeborenen Kindern im Klinikum Bremen Mitte (KBM) sind von der Fraktion DIE LINKE mit großer Bestürzung aufgenommen worden. Peter Erlanson, gesundheitspolitischer Sprecher der Linksfraktion, erklärt: „Unsere Anteilnahme gilt den Eltern, die ihre Frühgeborenen verloren haben. Unsere Gedanken sind auch bei den Eltern der nach wie vor infizierten Frühchen. Es ist furchtbar, dass sie immer noch nicht wissen, woran sie sind. Die Politik des Landes Bremen steht jetzt in der Verantwortung, an einem Strang zu ziehen und schnellstmögliche Aufklärung zu leisten.“ 

Erlanson weiter: „Die Frage der multiresistenten Krankenhauskeime ist eine Frage der Qualität von Hygienestandards und der personellen Umsetzung. Von daher ist als erstes zu klären: Wie sehen Hygienestandards in der Neonatologie aus, wie viele Hygienefachkräfte sind im Einsatz?“

Claudia Bernhard, die die Linksfraktion in der Gesundheitsdeputation vertritt und gestern an der Sitzung teilgenommen hat, in der Senatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) über den bisherigen Kenntnisstand berichtete, erklärt: „Dass sogar das Gesundheitsressort von der Infektion der bereits vor Wochen verstorbenen Säuglinge erst jetzt erfuhr, ist nicht hinnehmbar. Warum wurde nicht schon nach dem ersten Todesfall im August reagiert, spätestens aber nach dem 16. Oktober, wo doch das Gesundheitsamt inzwischen einbezogen war? Wann sind die vom ESBL-Bakterium betroffenen Säuglinge vom KBM aufgenommen worden? Sind in der Säuglingsabteilung Personalengpässe bekannt, ist dort in der letzten Zeit vielleicht sogar Personal abgebaut worden? Ein Krankenhaus muss gewährleisten können, dass seine PatientInnen nicht noch lebensbedrohlichen Gefahren ausgeliefert sind. Deshalb brauchen wir jetzt ein gewissenhaftes, transparentes Krisenmanagement.“

Die Linksfraktion begrüßt, dass SPD und Grüne heute Morgen eine Aktuelle Stunde zum Thema eingereicht haben. Anlässlich des Klinik-Skandals hat die Linksfraktion ihre gestern Vormittag eingebrachte Aktuelle Stunde zum Mindestlohn zurückgezogen.