"Mit einer Windelprämie will sich die Bundesregierung die Kosten für den zeitgemäßen Ausbau der frühkindlichen Betreuung vom Hals schaffen. Dieser Ansatz wird viele berufstätige oder alleinerziehende Mütter zur Weißglut bringen“, kommentiert Cindi Tuncel, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, die Pläne der Bundesregierung für ein ‚Betreuungsgeld‘. „Was für ein billiger Trick: Weil das Zieljahr 2013, ab dem das Recht auf öffentliche Betreuung greifen soll, bedrohlich näher rückt, bekommt die Bundesregierung kalte Füße und will zur Entlastung der Kitas die Betreuung zu Hause belohnen. Solche rückschrittlichen Manöver sollten im 21. Jahrhundert nichts mehr zu suchen haben.“
Aber nicht nur das schwarz-gelbe Vorhaben, auch die kritische Reaktion der Bremer SPD dazu löste bei der LINKEN heute Verwunderung aus. Tuncel: „Dass der beschleunigte Ausbau der öffentlichen Betreuungsplätze unbedingt Vorrang haben muss, sehen wir genauso. Gleichzeitig stellen wir fest, dass der rot-grüne Senat beim Kita-Ausbau selbst auf der Bremse steht. Bremen ist jedenfalls noch weit davon entfernt, die gesetzlich vorgeschriebenen Plätze für 35 Prozent der Unter-Dreijährigen anbieten zu können. Auch an der Qualität wird ehrgeizig gespart: Statt endlich Stellen für wissenschaftlich weitergebildete ErzieherInnen zu schaffen, wird lieber mit dem Gedanken gespielt, eine eigene Billigausbildung in Form der ‚SozialassistentInnen‘ einzuführen. Es bleibt der Eindruck: Vorne wird über den Bund geschimpft, hinten in einer Tour selber gekürzt. Für einen fortschrittlichen Ausbau der frühkindlichen Betreuung brauchen wir eine andere Dynamik.“