„Offenbar macht sich in der Politik inzwischen die Haltung breit, man müsste sich um die Erwerbslosigkeit nicht mehr groß kümmern, weil die Arbeitslosenquote mal wieder um 0,1 Prozent abgenommen hat. Diese Haltung ist grundfalsch und ignoriert sowohl die Massenarbeitslosigkeit als auch die Risiken, die auf den Arbeitsmarkt zukommen“, so Claudia Bernhard, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, zu den Arbeitsmarktzahlen für November 2011. „Die Arbeitsmarktpolitik wird auf Bundesebene zusammengestrichen, das Land Bremen zieht sich aus der Verantwortung weitgehend zurück. Im nächsten Jahr drohen damit massive Einbrüche, sowohl bei der öffentlich geförderten Beschäftigung als auch bei der Konjunktur. Schließlich profitiert der deutsche Arbeitsmarkt derzeit von der Krise in anderen Ländern der Eurozone, was auf Dauer nicht halten wird.“
Mit 35.659 Erwerbslosen hat die Arbeitslosigkeit im Land Bremen gegenüber dem Vormonat (36.014) um 645 Personen abgenommen, die Arbeitslosenquote beträgt 10,3 Prozent (Oktober: 10,4 Prozent, Bremerhaven: 14,9 Prozent). Damit liegt sie nach wie vor über dem Stand vor Einbruch der Wirtschaftskrise (Oktober 2008: 34.537 Erwerbslose im Land Bremen).
„Bei Jugendlichen, Älteren und AusländerInnen liegt die Erwerbslosigkeit im Land Bremen sogar über dem Vorjahreswert. Die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt nimmt weiter zu, der Abstand zum Bundesdurchschnitt verringert sich nicht“, so Bernhard weiter. „Es gibt keine Ansage, wie das Landesprogramm zur Beschäftigungsförderung, das ohnehin viel zu knapp bemessen ist, ab Januar 2012 weitergeführt werden soll. Eine Perspektive, wie ein größerer Teil der Erwerbs- und Ausbildungssuchenden im Land Bremen tatsächlich auf die Arbeits- und Ausbildungsplätze kommen sollen, die immer stärker extern vergeben werden, fehlt vollständig. Für die Erwerbslosen in Bremen und Bremerhaven verstärkt sich daher mit Recht der Eindruck: Der Politik sind wir inzwischen egal.“