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19. Januar 2012 Bernhard

Hilfsangebote von ‚Notruf‘ und ‚Schattenriss’ erhalten – LINKE fordert bedarfsdeckende Finanzierung von Frauenberatungsstellen

Mit zwei Dringlichkeitsanträgen zur nächsten Sitzung der Stadtbürgerschaft fordert die Fraktion DIE LINKE die auskömmliche Finanzierung der Beratungsstellen „Notruf für vergewaltige Frauen und Mädchen e.V.“ und „Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen – Schattenriss e.V.“. Claudia Bernhard, frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion und Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses, erklärt:

"Öffentliche Beratungsstellen sind für von Gewalt und Missbrauch betroffene Frauen und Mädchen oftmals die einzige Zufluchtsstätte, und die Nachfrage nach den Hilfsangeboten steigt. Die kommunale Finanzierung der anerkannten Beratungsstellen muss diesem Bedarf gemäß aufgestockt werden, daran geht kein Weg vorbei. Andernfalls werden Opfer sexueller Gewalt allein gelassen und isoliert.“ 

Die institutionelle Förderung von Schattenriss e.V. stagniert mit 176.000 Euro auf dem Stand von 1993. Zur Begleichung der laufenden Kosten musste der Verein in 2010 rund 100.000 Euro Eigenmittel erwirtschaften. Da die Spendenbereitschaft ab- und die öffentliche Finanzierung trotz gestiegener Kosten und Bedarfe nicht zunimmt, muss eine 2012 auslaufende Stelle voraussichtlich unbesetzt bleiben – zulasten der Hilfsangebote für Opfer sexueller Gewalt. Bei Notruf e.V. ist die Situation ähnlich prekär: Betroffene warten mitunter bis zu vier Monate auf einen Beratungstermin. Professionelle Standards, wie z.B. Spezialisierungen auf juristische oder psychologische Beratungen; interdisziplinäre Vernetzungsarbeit mit ÄrztInnen, Kriminologen, AnwältInnen sowie Fortbildungen und Öffentlichkeitsarbeit bleiben zunehmend auf der Strecke. Um die Ausstattung dem tatsächlichen Personalbedarf anzupassen, fordert DIE LINKE, dass die institutionelle Förderung von Notruf e.V. (derzeit 128.000 Euro) im Zuge der Haushaltsaufstellung 2012/2013 um 50.000 Euro aufgestockt wird. Bei Schattenriss e.V. gilt es, neben den regulären Betreuungsangeboten (plus 50.000 Euro) auch die Anschlussfinanzierung der bis Juni 2013 von der ARD-Fernsehlotterie bezuschussten Online-Beratung (plus 40.000 Euro) sicherzustellen.

Claudia Bernhard abschließend: „Zu den dunkelsten Seiten des Kürzungszwangs gehört aus meiner Sicht, dass es den immer schon chronisch unterfinanzierten Frauenschutzeinrichtungen und Beratungsstellen zunehmend an den Kragen geht. Es darf nicht passieren, dass am Notruftelefon nur noch ein Anrufbeantworter statt geschultes Personal zu erreichen ist.“