Zurück zur Startseite
11. Januar 2012 Vogt

Grüne jetzt doch nicht für offene Ganztagsgrundschule: Aufschub für wirkliches Umdenken nutzen

Die Bürgerschaftsfraktion der Grünen hat sich eine Woche vor den Sitzungen der beschlussfassenden Deputationen plötzlich gegen die ‚verlässliche Grundschule Plus‘ wie auch die damit einhergehende Hortschließung positioniert. Das rot-grüne Sparmodell ist somit zumindest für ein Jahr auf Eis gelegt. DIE LINKE wertet dieses ‚Umfallen‘ als positives Ergebnis des breiten Drucks von Eltern und ErzieherInnen. 

Kristina Vogt, bildungspolitische Sprecherin und Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, kommentiert: „Die Schließung von Horten zugunsten der Einrichtung von offenen Ganztagsschulen mit deutlich schlechterem Nachmittagsangebot hätte eine drastische Absenkung der Betreuungsqualität bedeutet. Dass die Grünen nun von diesem Vorhaben abgerückt sind, begrüßen wir ausdrücklich. Die ‚verlässliche Grundschule Plus‘ ist eine Notgeburt der unterfinanzierten Sozial- und Bildungshaushalte. Sie hätte weder die guten pädagogischen Standards in den Horten halten noch das Niveau einer wirklich ‚verlässlichen‘, nämlich gebundenen Ganztagsschule erreichen können.“ 

Vogt weiter: „Wir brauchen eine Lösung, die die Bereiche ‚Betreuung‘ und ‚Beschulung‘ integrativ zusammenbringt. Die bisherigen Pläne von Rot-Grün hätten hingegen das eine gegen das andere ausgespielt und beiden geschadet – auf den Rücken der Eltern und klar zulasten der Qualität.“ Zudem wäre der Bildungsnotstand verschärft, die soziale Spaltung und Armutsentwicklung vertieft worden.

„Der vorläufige Stopp dieser Maßnahme muss deshalb in ein wirkliches Umdenken münden: DIE LINKE fordert ein gut ausgestattetes Ganztagsangebot für alle – insbesondere in den ärmeren Stadtteilen. Eine Mogelpackung wie die ‚Grundschule Plus‘ kann das nicht leisten und muss deshalb grundsätzlich in Frage gestellt werden“, so Vogt abschließend.