Zurück zur Startseite
5. August 2010 Fraktion

Schulbeginn 2010: LINKE appelliert an Schulbehörde, auf mögliche Inklusionsprobleme unbürokratisch zu reagieren

„Dass mit dem Schuljahresbeginn 2010/2011 alles glatt geht, ist kaum zu erwarten. Wenn jetzt in den nächsten Wochen die Probleme deutlich werden, die man schon hat kommen sehen, wäre es hilfreich, wenn die Bildungsbehörde schnell und unbürokratisch reagiert.“ Jost Beilken, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, geht davon aus, dass es bei der Inklusionsfrage „Verbesserungsbedarf“ geben wird. „Insbesondere die Inklusion der Kinder mit besonderem Förderbedarf in den allgemeinbildenden Schulen könnte aufgrund der zu geringen personellen Untersetzung einige Schwierigkeiten bereiten.“

Streitpunkt ist seit Monaten die zusätzliche Personalausstattung für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne besonderen Förderbedarf. Hier wird die Doppelbesetzung sich auf höchstens 15 Wochenstunden erstrecken. Für die andere Hälfte des Unterrichts wird in den neuen Inklusionsklassen nur eine Lehrkraft eingesetzt – mit bis zu fünf SchülerInnen, die besonderer Förderung bedürfen.

Beilken rät dazu, die zusätzlichen LehrerInnen-Stunden noch dieses Schuljahr aufzustocken, wenn es in den Inklusionsschulen zu gravierenden Anlaufschwierigkeiten kommt. „Das würde die angemessene Umsetzung und die Akzeptanz des Inklusionsmodells stärken.“ Ähnliches gelte für Schulen an Standorten mit problematischen Sozialindikatoren. „Wenn es hakt, muss nachgebessert werden – SchülerInnen, Eltern und Lehrkräfte erwarten das mit Recht.“

Die Entwicklung der Oberschulen erfordere ferner, dass Teamarbeit und Mitentscheidung von Lehrkräften, Eltern und SchülerInnen ausgebaut werden. „Immer nur mit Argusaugen die Schulleitungen zu inspizieren, hilft nicht unbedingt weiter, wenn wir den Anforderungen der neuen Schulentwicklung gerecht werden wollen.“

Die Fraktion DIE LINKE hat sich vor Beginn des Schuljahrs mit Inklusions-Anträgen in die Schulreformdebatte der Bürgerschaft eingebracht. Zur Förderung benachteiligter Schulstandorte und zur besseren Einbeziehung von Eltern, SchülerInnen und Lehrkörper liegen derzeit folgende zwei Anträge der Linksfraktion vor: "Keine Basta-Politik gegenüber Bremer Schulen und Beiräten - demokratische Partizipation nicht zurückstufen, sondern stärken" und „Konsequenzen aus Schulanwahl 2010/11 ziehen – benachteiligte Schulen deutlich stärken und sichtbar fördern“ vor.