Eine soeben veröffentlichte Studie der Verbraucherzentralen zur Verfügbarkeit und Qualität von Fahrradstellplätzen bewertet die geprüften Anlagen in Bremen und Bremerhaven nur mit der Gesamtnote „Vier“. Die Abstellplätze müssen deutlich mehr, besser ausgestattet und in Stand gehalten werden, so das bescheidene Resultat. Die Fraktion DIE LINKE weist aus diesem Anlass auf ihren zur kommenden Bürgerschaftssitzung eingereichten Antrag „Fahrradnutzung stärken!“ hin.
In dem Antrag kritisiert DIE LINKE unter anderem, dass die Abstellkapazitäten an Bahnhöfen, Parkhäusern und anderen Verkehrsknotenpunkten weder ausreichend noch durchweg kostenlos vorhanden sind. Der umweltschonende Personennahverkehr per Fahrrad müsse außerdem durch bürgernahe Fahrradverleihangebote ausgebaut werden. Im Vergleich zur Hansestadt Hamburg, die im Rahmen des „StadtRAD“-Projektes gemeinsam mit der Bahn 71 Ausleihstationen mit ca. 1000 Fahrrädern unterhält, stellt die Deutsche Bahn in Bremen nur 9 Leihräder zur Verfügung. Der Senat wird aufgefordert, zu prüfen, wie sich diese Minderausstattung von flexibel nutzbaren Leihfahrrädern korrigieren lässt. Zudem soll der Senat zeitnah ein Konzept zum Ausbau von Fahrradabstellmöglichkeiten vorlegen.
Klaus-Rainer Rupp, umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion, erklärt: „Aus den Niederlanden oder auch deutschen Städten wie z.B. Münster wissen wir, dass es nicht nur dem Klima und der Energiebilanz, sondern auch dem Stadtbild gut tut, wenn der alltägliche Gebrauch von Fahrrädern öffentlich unterstützt und gefördert wird. Die Stadt der Zukunft muss keine Science-Fiction-Vision mit Verkehrschaos und Automassen sein. Sympathischer, nachhaltiger und absolut machbar sind Lösungen mit einem kostenlosen, modernen Bus- und Bahnnahverkehr sowie breiten Wegen, neuen Verkehrsmodellen und ausreichend vernünftigen Parkmöglichkeiten für Fahrräder. Das Fahrrad ist auch das beste Mittel gegen Feinstaub- und Lärmbelastung – wir sollten seine Nutzung in Bremen noch populärer machen und langfristig unterstützen.“