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18. Mai 2011

Stiftungsprofessuren: „rechtlich unbedenklich, wünschenswert und eine große Unterstützung“

Stiftungsprofessuren sind ein gängiges Element der Verflechtung zwischen Privatunternehmen und Hochschulen. Zumal dann, wenn das Land Bremen je Studienplatz am wenigsten Geld ausgibt und bei der Einwerbung von Drittmitteln (gezwungenermaßen) Spitze ist.

Inzwischen haben auch Rüstungskonzerne die Möglichkeit erkannt, Akademien für sich forschen zu lassen. So hat die Bremer OHB System, Teil der Raumfahrt-Holding OHB Technology AG, der Universität Bremen die Einrichtung einer Stiftungsprofessur für Raumfahrttechnologie auf zehn Jahre vertraglich zugesichert. OHB baut u.a. für die EU Satelliten, die für die Flüchtlingsabwehr im Mittelmeer verwendet werden (können).

Das Friedensforum Bremen und der AStA der Universität haben sich kritisch zur Einrichtung der OHB-Stiftungsprofessur geäußert. DIE LINKE in der Bürgerschaft hat eine Anfrage an den Senat gerichtet, dessen Antwort mittlerweile vorliegt.

Kosten: Die öffentliche Hand bezahlt auch bei Stiftungsprofessuren. Sach- und Personalausstattung des Lehrstuhls, Pension und die Infrastruktur für Forschung und Lehre wird „nach einem festzulegenden Schlüssel“ aus dem Unibudget bestritten (S. 1).

Dual-Use: Der Begriff beschreibt die breite Grauzone zwischen ziviler und militärischer Nutzung von Wissen und Technik. Diese Problematik „betrifft im Prinzip einen Großteil der naturwissenschaftlich-technischen und zunehmend verstärkt auch sozialwissenschaftlichen Forschung“ wie der Senat richtig feststellt (S. 6). „Im Prinzip“ aber nur. Denn, ausgerechnet die Stiftungsprofessur eines glasklaren Dual-Use-Konzerns ist angeblich eben kein Dual-Use-Problem, sondern habe „grundlagenorientierten zivilen Charakter“ (S. 6).

Zum Ende hin „begrüßt“ der Senat zwar Friedensforschung an Bremens Hochschulen, sieht aber keine „Notwendigkeit“ hierfür Lehrstühle bereit zu stellen (S. 7). Wo der Senat Stiftungsprofessuren „unbedenklich und wünschenswert“ findet stolpert er bereits hier über die eigenen Widersprüche: Für Rüstungsprogramme lässt sich leicht Geld einwerben, für Friedensforschung leider nicht.

Klicken Sie bitte HIER, wenn Sie die Senatsantwort einsehen möchten.